Schon davon gehört?
(Ein Beitrag zur Verständigung?)
Man hört ja so allerlei. Im Zug, im Bus, an der Bar ....
... und merkt plötzlich, dass Tweens, wenn sie von Dinos reden die Eltern meinen. {Das sind die mit den Naffel-Karaffen.) Aber diese Frischlinge werden noch früh genug merken, dass sie die Zeit einholt. Es beweist, dass diese Denkzwerge noch manches beschnarchen müssen. Womit ich aber keinesfalls sagen will, sie hätten ein Loch auf dem Dock, ein Blatt vor der Birne. Sonst müsste ich womöglich noch wegschalten, damit sie mich nicht erwischen um mich weichzuklopfen oder zu keulen. Was für manche von ihnen Schwerarbeit sein muss, denn es bedeutet ja auch eine schwere Tätigkeit tun, was ich erst begriff, als ich den Satz hörte: Mann, diese Woche musste ich aber streng keulen. Aber ich nehme an die Tussi hat sich durchgebohrt (das Problem gelöst), ohne seelisch abgebaggert zu werden. Sicherlich wollte ihr Chef sie auch nicht ärgern oder am Rüssel ziehen, berüsslen, anfressen, auf den Zeiger gehen. Er ist schliesslich der Anführer der Firma, der Mufti, Oberjockey, First Boy, Exerziermeister und Oberjohnny. Da lohnt es sich schon zu robotern, zu noffeln oder sich einen abzuklotzen wie er es will. Schliesslich zahlt er den Cash, die Peanuts, Lappen, Eisenspäne, Talerchen.
Sie sind doch ab diesen Worten nicht etwa überrascht? Da Kippe ich ja aus den Latschen, mein Thunfisch wiehert, mein Kiosk brennt, da wird ja die Milch sauer. Tragen Sie es doch mit Humor, dann bekommen Sie auch einen Tuscher auf die Backe, das ist allemal noch besser als umgedockt zu werden um einen Tripp über den Jordan zu machen. Man könnte Sie ausserdem für einen Trivalo mit einem intellektuellen Defizit halten. Da ist es besser der Fressleiste, dem Zahnhalter, der Klappe oder Luke einen kleinen Durchhänger zu gönnen als rumzuzicken.
Ich will auch kein Kritikalo sein, niemandem auf den Geist gehen und mit meinem Blubber-Blubber keinesfalls langweilen. Aber es scheint, Sie giepern nach mehr, sonst hätten Sie sich ja schon ausgeklinckt. Darum gebe ich Ihnen gerne noch ein wenig Brain-Food. Werfen Sie den Pfirsich an, naffeln Sie, aber passen Sie auf, dass die Birne nicht heissläuft, der Kürbis nicht qualmt. Wabern Sie sich weiter durch den Text und die Pole verschmelzen, die Peilung wird klarer. Verzweifeln sich nicht, ziehen Sie keinen Depresso durch, werden Sie kein Promillologe wenn dieser Text zu klemmig wird und Sie nicht alles verstehen. Sie gehen darum noch lange nicht auf Grundeis. Löffeln Sie lieber weiter rapido was Sache ist.
Auf dem Pausenplatz der Penne, Paukerhöhle, Leerinstitut, Kotzhütte ist gar viel zu hören, das nach einer Fremdsprache kingt aber eben trendy und punky ist. Die Lehrer, Pharos, Oberpenner, Old Schetterhänds, Silbenstecher sind nicht zu beneiden. Nur all zu gerne besprechen sie ihre Probleme mit Kollegen im Paukersilo, Parteibüro, Olymp oder Löwenkäfig. Aber jede Zeit hatte schon ihre Sprache. Nur pippen musste man früher nicht, da es keine Disketten zu kopieren gab. Aber da hatte man ja auch noch keine Brillis in der Höhrmuschel, sondern nur Ohrstecker. Kinder waren Kinder und keine Milchtüten, Ableger, Bonsais, Frischlinge, Primeln.
Wie die heutigen Primeln wohl in zehn Jahren sprechen werden? Was wird pickepacke in sein? Wird der Kaktuskopf oder lange Haare trendy sein? Lassen wir uns doch einfach überraschen ...
Übrigens: Das Thema Jugendsprache ist nicht neu, schrieb doch schon J. W. Goethe am 1. Oktober 1810, dass in erster Linie diejenigen die potentiellen Totengräber einer Sprachkultur seien "die mit ihren farblosen, einfallslosen, ungeheuer komplizierten Sprachformeln und ihrer Rechtschreibe-Rechthaberei einem jede Sprachspielerei verleiden".
© Ueli Wolfensberger (2006) für den Text in dieser Zusammenstellung.
(Die einzelnen Ausdrücken und deren Erklärung fand ich im Buch:
Oberaffengeil-Lexikon von Hermann Ehmann ISBN 3 406 39270 9)PS: Feedback, Meinungen und neue Ausdrücke (bitte mit Übersetzung ...!!!) von Leserinnen und Leser aller Jahrgänge zu diesem Thema sind willkommen. E-Mail
Fortsetzung:
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>> Link zu Jugendsprache Teil 3
>> Link zu Jugendsprache Teil 4
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