www.werbewolf.ch...AUGUST-NEWS 2005


In unserer neuen Rubrik: "Wie Marken zu ihrem Branding kamen"
führen wir nachfolgend einige aus dem Food-Bereich jeweils mit einer kurzen Firmengeschichte auf.


Bärenmarke
Die 1892 in Bern in der Schweiz gegründete Berneralpen Milchgesellschaft expandierte 1905 unter dem Namen Alpursa nach Deutschland, wo sich das Unternehmen 1931 in Allgäuer Alpenmilch AG umbenannte. Die heute in vielen Ländern der Welt unter dem Markennamen "Bearbrand" vermarktete Kondensmilch wurde erstmals 1912 hergestellt. Der Name der bis vor kurzem zu Nestlé und heute zu "Hochwald Nahrungsmittel-Werke" gehörenden Kondensmilchprodukte
ist dem Wappen der Gründerstadt Bern entlehnt, das den Bären als Wappentier trägt. Und eine Marke war der Bär schon damals: Bärenmarke.


Chiquita
Das Unternehmen dem wir wohl Ausdruck "Bananen-Republik" verdanken, geht zurück auf das Jahr 1870, als Captain Lorenzo Dow Baker auf seinem Segelschiff die allererste Ladung Bananen von Jamaika nach Massachusetts transportierte. Da die Bananen bei der Ankunft bereits verdorben waren, kaufte er ab sofort grüne Bananen, die erst bei der Ankunft ihre Reife erlangten. 1885 gründete er zusammen mit dem Unternehmer Andrew Woodbury Preston die Boston Fruits Company, die 1899 mit der Eisenbahngesellschaft von Costa Rica zur United Fruits Company fusionierte.
Das heutige Logo wurde im Jahre 1963 auf Basis der 1944 von dem Graphiker Dick Browne entworfenen Werbefigur, abgeleitet, die halb Banane, halb Frau war und als "Miss Chiquita" bezeichnet wurde. "Chiquita" bedeutet im Spanischen soviel wie "winzig bzw. "kleines Mädchen".


Danone
Das Anfang der 90er Jahre zur Erleichterung der globalen Expansion von BSN Gervais Danone in Danone umbenannten französischen Unternehmens erhielt sein Logo im Rahmen der Umfirmierung in Anlehnung an die Entstehungsgeschichte von "Danone" und die drei zentralen Werte des Unternehmens: Reinheit, Gesundheit und Natürlichkeit.
Das (erste) Logo zeigt "einen kleinen Jungen, der einen Stern am Himmel betrachtet" ... in Anlehnung an den "kleinen Daniel" ("Danny" oder "little Dan" im Englischen, weshalb in den USA von Dannon die Rede ist), der als Sohn von Isaac Carasso 1919 Namensgeber von Danone war.


Feodora
Der Hersteller von Edelschokolade und Pralinés
verwendet seit 1910 die Unterschrift von Prinzessin Feodora, der Schwester der letzten deutschen Kaiserin als Marke. Auslöser war eine Wohltätigkeitsveranstaltung bei der Prinzessin Feodora von der feinen "Tangermünder Chocolade" gekostet hatte und davon so begeistert war, dass das Unternehmen seitdem seine Schokoladenspezialitäten unter ihrem Namen verkaufen durfte. Bei dem abgebildeten Wappen (klein oben links) handelt es sich um das Familienwappen der Gründerfamilie Meyer.


Nestlé
Der als Heinrich Niestle 1814 in Frankfurt geborene Apotheker wanderte 1843 in die Schweiz aus, wo er in Vevey eine Drogerie eröffnete. In dieser verkaufte er eine Vielzahl selbst hergestellter Produkte, von Senf über Likör bis zu Kunstdünger. Er änderte seinen Namen in das französische: Henri Nestlé. 1867 verkaufte er erstmals als Ersatzprodukt für Muttermilch selbstentwickeltes Kindermehl und ab 1904 selbst hergestellte Milchschokolade. Das eine Vogelfamilie zeigende Logo geht auf das Wappen der Familie zurück, deren Nachnamen eine ganze Reihe von Namensvarianten umfassten: von Nästlin und Nästlen über Nestlin und Nestlen bis Niestle.
Das Familienwappen selbst entstand in Anlehnung an den Familiennamen, der soviel bedeutet wie Niestle = Nestle = Nestchen = "kleines Nest". Interessant ist übrigens wie die heute weltweit tätige Nestlé das Grund-Logo mit dem Nest seit Urzeiten konsequent anwendet und nicht wie andere das Kleid alle paar Jahre wechselt.


Schneekoppe
Das Logo des Herstellers gesundheitsfördernder und diätischer Nahrungsmittel ist dem Firmennamen entlehnt. Unternehmensgründer Fritz Klein wählte 1953
den Namen des höchsten Berg des Riesengebirges, weil er schon von früher Kindheit von der "Schneekoppe" fasziniert war.


Tchibo
Der heute international bekannte Kaffeeröster wurde 1949 von Max Herz und Carl Tchilling-Hiryan zunächst als Versender von Röstkaffee auf dem Postwege Tchiboge gründet. 1955 folgte die erste von heute mehr als 850 Verkaufsfilialen, wobei zunächst nur Kaffee und dazugehörige Nebenprodukte, ab 1972 zusätzlich wöchentlich auch wechselnde Gebrauchsartikel angeboten wurden. Der Markenname wurde abgeleitet aus den beiden Anfangssilben des Gründernamens "Tchilling-Hiryan" und dem Wort "Bohne": "Tchibo".
In Anlehnung an das Hauptprodukt "Bohnen" wurde aus dem letzten Buchstaben des Markennamens eine stilisierte, duftende Kaffeebohne


Uncle Ben's
1943 verkaufte das US-amerikanische Unternehmen Converted Rice Inc. aus Houston, Texas erstmals einen besonders hochwertigen Reis, dessen Markenname einer Legende entlehnt war: Derzufolge soll der farbiger Reisbauer Uncle Ben seine Reispflanzen in der Gegend um Houston mit besonderer Liebe und Sorgfalt gepflegt und dadurch einen qualitativ besonders hochwertigen Reis hergestellt haben, der seinesgleichen suchte.
Wie es bei Legenden nun einmal so ist, gab es kein Bild vom "echten" Uncle Ben, weshalb die Abbildung im Logo und auf der Verpackung von einem guten Freund des ersten Unternehmenschefs stammt: von Frank Brown, damaliger Chef eines Chicagoer Restaurants.


zur Rubrik Markennamen, Firmengeschichten

>>zu Monats-News­­>>Home ­>>Startseite­­>>E-Mail ­­>>Kontakt/Anfrage ­­>>Monats-News bestellen