www.werbewolf.ch...SEPTEMBER-NEWS 2005


In unserer neuen Rubrik: "Wie Marken zu ihrem Branding kamen"
führen wir nachfolgend, als erster Teil Marken, aus der Autobranche teilweise jeweils mit einer kurzen Firmengeschichte auf.


Alfa Romeo
Die im Logo der Anonima Lombarda Fabbrica Automobili dargestellte Schlange ist dem Familienwappen der Visconti entliehen, einer der einflussreichsten Familien in Mailand.


Audi
Die Idee der vier Ringe geht vermutlich auf Claus-Detlof von Oertzen zurück, der sie wie folgt beschreibt: "Das hatte auch etwas mit Olympia und den Olympischen Spielen zu tun. [...] Von den fünf Ringen der Olympiade können wir vier nehmen. Jeder Ring war für eine der vier Firmen." Bei den vier Automarken handelte es sich um Audi, DKW, Horch und Wanderer.
Audi ist ein Fall für Latein-Kenner. Es steht für die lateinische Form des Namens von Firmengründer August Horch. Dieser hatte nach einem Streit mit seinen Geschäftspartnern seine eigene Firma gegründet, die aus rechtlichen Gründen aber nicht seinen Namen tragen durfte.


BMW
Das Rautenmuster als Markenzeichen der Bayerischen Motoren Werke (BMW) wurde in Anlehnung an den ersten Namensbestandteil des Unternehmens 1917 in den bayerischen Landesfarben gestaltet. Der schwarze Ring und der diesen innen und aussen umschliessende goldene Rand wiederum wurden vom Logo des Vorgängerunternehmens "Rapp Motorenwerke GmbH" übernommen, aus dem BMW hervorging.
Die vermeintliche "Propeller-Deutung", der zufolge das Logo einen rotierenden Propeller darstellt entstand erst 1929, als man diese "Deutung" zu Marketingzwecken einsetzte, um die Kompetenz des Unternehmens im Flugzeugmotorenbau zu stärken.
Neusten Erkenntnissen des BMW Konzernarchivs zufolge handelt es sich dabei um einen Mythos, der mit der wahren Entstehung des Logos nicht wirklich etwas zu tun hatte, wenngleich dieser Sachverhalt im Unternehmen selbst lange Zeit nicht bekannt bzw. bewusst so weiterverbreitet wurde, wie auch deie folgende Aussage des damaligen BMW Presse- und Werbeleiters Wilhelm Farrenkopf aus der BMW Werkzeitschrift von 1942 deutlich macht:
"Wie ein strahlender Glorienschein umgibt die glänzende Scheibe der laufenden Luftschraube das Schattenbild des Motors, der den Blick ... in zwei silberne Kegel teilt das Sonnenlicht zurückhaltend. Zwischen ihnen schimmert leuchtend das Blau
des Himmels durch, so daß die gleissende Fläche der laufenden Luftschraube sich ... in vier silbernen und blauen Feldern zeigt."


Ferrari
Das abgebildete springende schwarze Pferd ("Rampante Cavallo") des italienischen Sportwagenherstellers aus Maranello, der seit 1947 edle Sport- und Rennwagen konstruiert, entstammt dem Familienwappen der Gräfin Paolina Baracca; die Farbstreifen im oberen Bereich wiederum sind der italienischen Nationalflagge entlehnt.
Eine andere Deutung: Steht das Pferd bei Ferrari einfach für die im Überfluss vorhandenen Pferdestärken? Wohl kaum. Enzo Ferrari übernahm das Wappen-Pferd vom italienischen Flieger-As Francesco Baracca, der sich das Tier seines Familienwappens auf seine Flugzeuge malen liess. Ferrari liess das Pferd unverändert und gab nur die gelbe Grundfarbe hinzu, die für den Firmensitz Modena steht.


Jaguar
Die heute zur Premiere Auto Group (PAG) gehörende britische Automarke geht zurück auf die beiden aus dem englischen Seebad Blackpool stammenden Gründer Bill Walmsley und William Lyons, die anfänglich für ihre Freunde Motorrad-Seitenwagen fabrizierten. 1922 gründeten die beiden in Anlehnung an den englischen Ausdruck "Swallow" für "Schwalbe" die Swallow Sidecar Company, die zunächst elegante, zeppelinförmige Seitenwagen fertigte und ab 1927 Spezialkarossen für den Kleinwagen Austin Seven sowie andere Fahrzeuge. 1931 begann Lyons damit, auf Fahrgestelle der Standard Motor Company eigene, sportliche Karosserien zu montieren, wobei er seine Fahrzeuge zunächst S.S. nannte, eine Abkürzung für "Standard-Swallow".
Mitte der 30er Jahre begann er dann auch damit, eigene Motoren und Chassis zu entwickeln. Der heute bekannte Markenname "Jaguar" tauchte erstmals 1935 auf. Zunächst jedoch nur als Zusatzbezeichnung eines neuen Limousinentyps, dem S.S. 100 Jaguar. Da der Name der eleganten Raubkatze die rassig-sportlichen Autos von Lyons treffender bezeichnete als "Swallow" bzw. "S.S." nannte sich das Unternehmen ab 1945 offziell "Jaguar Cars".
Abgeleitet aus dem Markennamen entstand dann auch das bekannte Logo, das bisheute als Kühlerfigur die Sportlichkeit des britischen Autoherstellers verkörpert.


Lada
Das Wappen des russischen Autoherstellers Lada, der 1966 unter der MIthilfe von Fiat mit der Produktion erster Autos begann stellt ein Wolga-Schiff dar. Zum Generaldirektor des Wolgaautomobilwerks wurde übrigens der stellvertretende Minister für Automobilindustrie der UdSSR Wiktor Nikolajewitsch Poljakow ernannt.



Lamborghini
Die heute zum Volkswagen-Konzern gehörende italienische Automarke wurde von Ferrucio Lamborghini gegründet. Zunächst produzierte Lamborghini ab 1959 Traktoren, Brenner und Klimaanlagen, bevor er 1963 eine Autofabrik in Sant' Agata eröffnet, die 1964 mit der Auslieferung der ersten Wagen begann.
Das einen Stier zeigende Logo stell das Sternzeichen des Firmengründers dar.


Lotus
Das Logo der 1952 von dem begeisterten britischen Rennfahrer Colin Chapman gegründeten Autoschmiede "Lotos Engineering Company", das dieser primär zur Finanzierung seiner Rennleidenschaft ins Leben rief, zeigt den Namen seines Unternehmens: Lotus. Chapman wählte den Namen der gleichnamigen "Lotus"-Blume, weil er hoffte, dass die von ihm gebauten Sportwagen die gleiche euphorische Reaktionen hervorrufen würden. Daneben sind auf dem Logo die Initialien von Anthony Colin Bruce Chapman, so sein voller Name, abgebildet.


zur Rubrik Markennamen, Firmengeschichten

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