www.werbewolf.ch...JANUAR-NEWS 2006
Andere Länder
andere Marken?
Erkennen Sie den Unterschied?
Unten zuerst der Markenauftritt in in der Schweiz, darunterd der
in Deutschland. Warum aber werden grosse Marken im Ausland häufig
unter anderen Namen platziert? Warum heisst LUSSO in Spanien FRIGO
und in anderen Ländern wieder anders. «Wie kommt das,
warum sieht das Herz gleich aus. Aber nicht der Name?»


Der jeweils
zum Logo gehörige Markenname variiert in den einzelnen Ländern
stark.
Bis 1998 noch mit der legendären rot-weiss-gestreiften Sonnenmarkise,
heute grafisch reduziert mit emotionalem Herz, kommuniziert LANGNESE
international verständlich die Saisonunabhängigkeit
seiner Produkte («Eis geht immer»). LANGNESE wird
in ca. 100 Ländern der Welt mittels des international verständlichen
Symbols vermarktet. Der jeweils zum Logo gehörige Markenname
variiert jedoch in den einzelnen Ländern stark.
Langnese ist
hier kein Einzelfall
Bei uns in der Schweiz ist DOSENBACH auch nach der Übernahme
durch DEICHMANN weiterhin unter der alten Marke ein Begriff. ALDI
nennt sich in Österreich HOFER. Die in Deutschland bekannte
Handelskette PLUS heisst in Österreich ZIELPUNKT.
In England erinnert das englische Iglo-Logo nicht an einen Fisch
sondern an ein «Vogelauge». KÄPT'N IGLO nennt
sich entsprechend KÄPT'N BIRDS EyYE. Und doch gehören
die jeweiligen Marken zusammen.
Die strategischen Gründe dieser Markennamen-Varianten sind vielfältig
Fusionen oder
Übernahmen von Unternehmen
Oft behalten Marken nach Fusionen oder Übernahmen durch andere
Unternehmen ihren Namen bei, zumindest für einen begrenzten
Zeitraum. Insbesondere wenn die Marke regional schon eine Geschichte
hat und etabliert ist. Bei sogenannten «Culture-Bound-Products»,
bei denen der kulturelle Hintergrund eine grosse Rolle spielt,
ist man mit einer Namensänderung vorsichtig. Hier profitiert
man vom bereits aufgebauten positiven Image der Marke. Man erhält
so das Vertrauen der Verbraucher, die ja erst daran gewöhnt
werden müssen, dass ihre Marke nun zu einem anderen Konzern
gehört.

Dosenbach
bleibt Dosenbach. Swiss bleibt swiss.
Das 1865 gegründete Schweizer Familienunternehmen Dosenbach
wurde 1973 durch die Deichmann-Gruppe übernommen, der Name
des Unternehmens aber beibehalten. Der bekannte Markenname SWISS
steht auch nach der Übernahme durch die Deutsche Lufthansa
weiterhin für Schweizer Luftverkehr.
Landesspezifische
Rechtslage
Nicht in jedem Land ist die Lancierung eines fremdsprachigen Markennamens
erlaubt. Unabhängig davon sind die rechtlichen Voraussetzungen
für einen Markenschutz in jedem Land unterschiedlich. So
ist es schwer, einen Markennamen international für ein Produkt
zu schützen. Auch kann es sein, dass bereits andere Produkte
auf dem jeweils heimischen Markt unter identischem Namen existieren
und darum ein Markenschutz nicht mehr möglich ist. Auch in
diesem Fall muss man auf einen klanglich oder inhaltlich ähnlichen
Namen ausweichen.
Landessprachliche
und kulturelle Aspekte
Markennamen können in verschiedenen Landessprachen sehr unterschiedliche
Bedeutungen haben oder Assoziationen wecken. So ist ein Name in
deutscher Sprache vielleicht passend für ein Produkt oder
Unternehmen, in einem anderen Land aber schon mit unpassenden
landesspezifischen Begriffen assoziativ besetzt.
Coke wird zur Kaulquappe, Pajero zum Wichser
Im Fall der Markteinführung von Coca-Cola in China war beispielsweise
nicht bekannt, dass «kou-ke-kou-la» hier übersetzt
wird mit «Beiss in die wächserne Kaulquappe».
Der Mitsubishi Geländewagen «Pajero» wurde in
Spanien zum Flopp, denn «Pajero» bedeutet im Spanischen
«Wichser».
Internationale
Aussprache
Weiterhin kann es vorkommen, dass für einen bestehenden Markennamen
die internationale Aussprechbarkeit nicht gewährleistet ist.
Auch dann ist man gezwungen, auf eine Namensalternative auszuweichen.
Im Falle der Storck-Marke «Werther's Echte» wählte
man beispielsweise den konsequenten Weg und vertreibt die Bonbons
nun seit 2002 weltweit einheitlich unter dem neuen international
verständlichen Namen «Werther's Original».
Globalisierung
Durch die Verbreitung supranationaler Werbeträger wie Satellitenfernsehen
oder Internet und der damit verbundenen fortschreitenden Globalisierung
der Märkte erhalten länderübergreifende Vermarktungskonzepte
eine immer grössere Bedeutung. So ist eine Marke, die in
jeder Sprache und jeder Kultur gleichermassen verständlich
ist, heute klar im Vorteil.
Übersicht bekannter
Marken und ihrer Namensvarianten im Ausland
(Pierro-)
LUSSO heisst
die Marke in der Schweiz. ANGNESE
nennt sich die gleiche Marke in Deutschland. ALGIDA heisst
sie in: Griechenland, Italien, Polen, Russland, Slowakei, Ungarn,
Türkei. BRESEL in Chile, Uruguay, Bolivien, Peru. ESKIMO in Österreich, Ungarn, Rumänien,
Bulgarien und Tschechien. FRIGO in
Spanien. FRISKI
in Dänemark. GOOD HUMOR in USA, Canada. HB in
Irland. HOLANDA in Mexiko. KIBON in Brasilien,
Argentinien. LA
FUENTA in Kolumbien. MIKO in Frankreich. MOUNTAIN CREAM in
China. OLA
PORTUGAL in den Niederlanden,
Südafrika, Tunesien, Madagaskar und Belgien. PINGUINO in Ecuador. SELECTA auf
den Philippinen. STREETS in Neuseeland. STRAUSS in
Israel. TIO
ROCO in Venezuela. WALL'S in Grossbritannien, China, Kuba, Haiti,
Indien, Sri Lanka, Malediven, Vietnam, Singapur, Thailand, Malaysia,
Indonesien, Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Quatar, Libanon,
Jordanien und Pakistan.

FINDUS kennen wir in der Schweiz und auch in Italien. In Deutschland heisst die gleiche Marke IGLO, in England wiederum BIRDS EYE.
BECEL heisst die Marke in Deutschland. FLORA in Polen,
Ungarn, Tschechien, Skandinavien, Finnland, Südafrika, Australien,
BONELLA
in Chile.
zur Rubrik Markennamen,
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