www.werbewolf.ch...JANUAR-NEWS 2006
In unserer Rubrik: «Wie
Marken zu ihrem Branding kamen»
führen wir nachfolgend
Marken aus dem Bereich Getränke teilweise jeweils mit einer
kurzen Firmengeschichte auf.

Apollinaris
Ein Jahr nachdem Georg Kreuzweg 1852 unter einem seiner unfruchtbaren
Weinberge bei Bad-Neuenahr-Ahrweiler
im Ahrtal eine kohlesäurehaltige
Minerallquelle entdeckt hatte, begann er damit das Wasser unter
dem Namen des heiligen italienischen Bischofs Apollinaris (von Ravenna in Italien) zu verkaufen. Mit der
Gründung einer Tochtergesellschaft in England im Jahr 1892
verlagerten sich die Geschäftsaktivitäten für die
nächsten sechs Jahrzehnte primär nach Grossbritannien, von woher auch das heutige
Logo stammt. Dort wurden zum
damaligen Zeitpunkt Produkte mit anerkannt herausragender Qualität,
mit einem roten Kennzeichen markiert. Bei Apollinaris blieb das
Gütesigel bis zum heutigen Tag als Logo erhalten.

Bacardi
Die 1862 vom aus Spanien stammenden kubanischen Weinhändler
Don Facundo
Bacardi in Santiago de Cuba
erworbene Destillerie wandte die von Bacardi entwickelte Methode
zur Veredelung von Zuckerrohrschnaps zu einem weissen und besonders
milden Rum an. Da unter dem Dach der Destillerie unzählige
Fledermäuse lebten, die zudem in Bacardis Heimat als Glücksbringer
galten, machte er die Fledermäuse kurzerhand zum Markenzeichen seines weissen
Bacardi-Rums.
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Beck's
Die heute zum Interbrew-Konzern gehörende Brauerei wurde
1873 von Heinrich Beck, Lüder Rutenberg und Thomas May gegründet.
Das Logo zeigt einen Schlüssel, der dem Stadtwappen der Stadt Bremen
entliehen ist und humorvollen Bremern zufolge wie folgt zu interpretieren
ist: «Hamburg ist das Tor zur Welt - aber Bremen hat den
Schlüssel dazu».
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Coca-Cola
Der heute weltweit bekannte Schriftzug von Coca-Cola geht auf
das Jahr 1886 zurück, als sich das neuartige Erfrischunsgetränk
u.a. aufgrund eines örtlichen Alkoholverbots in Atlanta,
Georgia besonders gut verkaufte. Der Schriftzug wurde von Werbefachmann
Frank Robinson, einem der Partner von John Stith Pemberton kreirt,
der den Markenamen Coca-Cola einfach in geschwungener Buchhalterschrift
niederschrieb.

Jägermeister
Das Logo des
alkoholischen Getränks geht zurück auf den französischen
Adligen, Jäger und späteren
Heiligen Hubertus. Die Sage besagt Folgendes: «Als einst
Hubert an einem Karfreitag mit seinem lauten Tross zur Jagd zog,
warnte ihn seine Gattin und flehte ihn dringend an, den ersten
Todestag des Herrn nicht zu entweihen. Er schien von der liebvollen
Warnung seiner frommen Gattin gerührt, dennoch siegte die
Jagdlust. Mit seinem zahlreichen Gefolge sprengte er durch den
Wald und Busch, durch Wiesen und Gründe und verfolgte einen
prächtigen Hirschen. Als er demselben nahe kam und schon
den Bolzen nach dem Tiere abdrücken wollte, bleibt dasselbe
plötzlich stehen, wendet sich nach dem Jäger, und mitten
in seinem Geweih erscheint ein strahlendes Kreuz. Eine Stimme
ertönt: «Hubertus, ich erlöse dich und dennoch
verfolgst du mich!» Hubertus erbebte, warf sein Geschoss
von sich und flehte innig zu Gott um Erbarmen. Daraufhin baut
er sich eine Hütte aus Baumzweigen und Schilf und führte,
von der Welt abgeschieden, in stiller Wald- einsamkeit ein bussfertiges,
abgetötetes Leben. (Grosses Hausbuch der Heiligen von Diethard
H. Klein, S. 551f.)

Johnnie Walker
Im Alter von 15 Jahren begann John Walker im Laden seiner Mutter
in Kilmarnock mitzuarbeiten. Da zur damaligen Zeit die Qualität
von Whisky stark schwankte, begann John damit, Whisky zu verschneiden,
um eine konstantere Qualität zu erreichen. Als er 1857 starb,
war sein Whisky im Westen Schottlands bereits bestens bekannt.
Sein Sohn Alexander liess 1867 «Old Highland Whisky»
schützen und dessen gleichnamiger Sohn und dessen Bruder
George wiederum waren es, die ein zur Einführung von «Red
Label» und «Black Label» passendes Logo suchten,
das die Werte ihres Whiskys verkörpern würde.
George Walker lud daraufhin den bekannten Cartoonisten Tom Browne
zum Mittagessen ein. Die beiden entwickelten am Mittagstisch auf
der Rückseite der Speisekarte das Konzept des «Striding
Man» (schreitenden Mannes) und George Walker fügte
noch den Satz «Born 1820 - Still Going Strong» hinzu.
Andere Variante: Demgegenüber soll sich die Logofindung
einem Zeitungsbeitrag von 1928 zufolge wie folgt zugetragen haben:
George führte in London Gespräche über die Verwendung
einer Zeichnung, die seinen Grossvater zeigte, für eine Werbekampagne.
In diesem Zusammenhang übergab er Tom Browne eine alte Zeichnung
seines Grossvaters. Daraufhin ferigte dieser auf die Schnelle
eine kleine Skizze an, die primär das Gesicht und die Haltung
von John Walker wiedergab. Die Zeichnung gefiel Alexander und
George Walker so gut, dass sich daraus schliesslich das heute
weltweit bekannte Logo des «Striding Man"» entwickeekn
sollte und der Wahlspruch «Keep Walking».
Einer weiteren Angabe zufolge zeigte die erste Darstellung des Schreitenden Mannes
1910 den Grossvater einen Golfschläger schwingend.

Osborne
Der heute weltweit bekannte Sherry entstand ursprünglich
im Weinbaugebiet Jerez de la Frontera in Andalusien, im Südwesten
Spaniens. Dort gründete der englische Weinhändler Thomas
Osborne 1772 sein heute zu den grössten Herstellern von Sherry
und Brandy zählendes Unternehmen, dessen weltweit als «El Toro»
bekanntes Logo wesentlich
bekannter ist als der Markenname Osborne: Das Logo zeigt einen vor einem malerischen Sonnenuntergang auf
einer Bergspitze stehenden schwarzen Stier, der heute für
die Spanier die gleiche patriotische Symbolkraft hat wie für
die Amerikaner die Freiheitsstatue. Die Idee dazu hatte 1956 die
Werbeagentur des Unternehmens, AZOR, die damit beauftragt wurde,
ein repräsentatives Symbol für den «Veterano Brandy»
des Unternehmens zu finden, das für vier Meter hohe Reklameflächen
am Strassenrand, sogenannte Billboards, geeignet erschien. AZOR
arbeitete mit dem Künstler Manuel Prieto, auch Manolo Prieto
genannt, zusammen, der auf ein quadratisches Stück Papier
die Silhouette eines Kampfstieres zeichnete und Osborne vorschlug.
Seit 1957 findet sich das Logo an unzähligen Strassen in
Spanien.
WICHTIG: Als die spanische Regierung in den 90er
Jahren drastische Schritte gegen die die Landschaft verschandelnde
Werbeflächen unternahm, hagelte es unzählige wutentbrannte
Anrufe und Briefe, die erfolgreich für den Verbleib von «El
Toro» am Strassenrand votierten.

Red Bull
Der Flügel verleihende Energy-Drink erhielt sein Logo in
Anlehnung an den Markennamen, auf Deutsch «Roter Bulle».
Die Idee zur Marke hatte Unternehmensgründer Dietrich Mateschitz
während einer Thailandreise, wo er ein stark koffeinhaltiges
Süssgetränk entdeckte, das «Krating Daeng»
genannt wurde, auf Englisch «Red Bull».
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