www.werbewolf.ch...JANUAR-NEWS 2005


Wie kommen IKEA Produkte zu ihren Namen?

Wer den Katalog von IKEA studiert ist immer wieder über die Namen erstaunt. Doch wie kommen diese Produkte zu ihren exotischen und im Deutschen manchmal schwierig auszusprechenden Namen?
Namenserfinder sind zwei Mitarbeiterinnnen bei IKEA in Schweden. Sie entdecken oft einen Orts- oder Flussnamen, den sie als Produktbezeichnung verwenden können. Hilfsmittel sind aber auch Landkarten, Kalender, Wörterbücher, Synonymlexika und Nachschlagewerke. Sogar in Geburtsanzeigen sind die beiden schon fündig geworden.

Namen statt Artikel-Nummern.
Die Bezeichnung von Produkten mit Namen statt Artikelnummern hat Vorteile: Die Angestellten müssen keine langen Zahlenreihen in die Computersysteme eingeben. Die Kunden brauchen sich nur einen Namen zu merken, wenn sie Rückfragen haben oder ein Produkt in der SB-Halle abholen. Das mag einer der Gründe sein, warum die IKEA Möbel in schwedischen Kleinanzeigen oft nur noch anhand ihrer Namen identifiziert werden: "Klippan zu verkaufen". Wer oder was "Klippan" ist, muss den Kunden im Geburtsland von IKEA nicht mehr näher erklärt werden. IKEA verwendet schon seit seinen Anfangszeiten Namen statt Artikelnummern für seine Produkte.

Die meisten Bezeichnungen stammen aus dem skandinavischen Sprachraum.
So tragen Sofas, Sessel oder Couchtische meistens schwedische Ortsnamen (wie z.B. Klippan, Barkaby oder Krokshult). Badezimmerartikel sind nach Flüssen und Seen benannt (Åsnen oder Vänern), für Leuchten werden schwedische Bezeichnungen aus der Musik, Chemie oder Meteorologie verwendet (Orgel oder Hagel oder Beryll). Stoffe und Gardinen haben weibliche Namen (Gudrun, Lenda etc.), Stühle und Schreibtische Männernamen (wie Ingo oder Anton oder Tore).

Namen haben ein System.
Seit den 70er Jahren werden die meisten dieser Namen nach einem System vergeben. Die nachfolgende Liste erläutert das System, nach dem die Produktnamen bei IKEA vergeben werden:

Schwedische Ortsnamen:
Polstermöbel, Couchtische, Rattanmöbel, Bücherregale, Musikmöbel, Türknöpfe

Norwegische Ortsnamen:
Betten, Kleiderschränke, Dielenmöbel

Berufe: Esstische und -stühle

Finnische Ortsnamen: Bücherregalserien

Skandinavische Seen, Flüsse und Meeresbuchten
Badezimmerartikel:

Grammatische Begriffe: Küchen

Männernamen: Stühle, Schreibtische

Frauennamen: Stoffe, Gardinen

Dänische Ortsnamen: Gartenmöbel

Schwedische Inseln: Teppiche

Beleuchtung:
Begriffe aus der Musik, Chemie, Meteorologie, Maße, Gewichte, Jahreszeiten, Monate, Tage, Boote, Seemannssprache

Blumen, Pflanzen, Edelsteine: Bettwäsche, Decken, Kissen

Säugetiere, Vögel, Adjektive: Kinderartikel

Mathematische und geometrische Begriffe: Gardinenzubehör

Fremdwörter, Gewürze, Kräuter, Fische, Pilze, Früchte oder Beeren, Funktionsbeschreibungen:
Küchenutensilien (Besteck, Geschirr, Textilien, Glas, Porzellan, Tischdecken, Kerzen, Servietten, Dekorationsartikel, Vasen u.a.)

Umgangssprachliche Ausdrücke, auch schwedische Ortsnamen:
Schachteln, Wanddekoration, Bilder und Rahmen, Uhren

(Quelle: IKEA)


>>zu Monats-News­­>>Home ­>>Startseite­­>>E-Mail ­­>>Kontakt/Anfrage ­­>>Monats-News bestellen