www.werbewolf.ch...FEBRUAR-NEWS 2007
Jugendsprache 2. Teil
An einer Ampel.
Neben mir zwei Boys. Sagt der eine: «Voll Krass - jetzt
schau dir mal diese Vordertitten
an.»
Aber es ist kein Girl zu sehen, nur ein Wagen mit doppelten Halogenscheinwerfern
an der Frontseite kommt angefahren. «Ach der macht doch
nur auf Wannabee», sagt der andere
und bezeichnet damit den Fahrer als Wichtigtuer (englisch «want
to be») - und schon klemmen sich
die beiden ganz rapido, rasanto weg, machen
sich vom Hof.
Sie schwirren wohl ab zum Fresswürfel wohl um sich dort was wegzutun das ihnen schmeckt, keinesfalls eine Modderpampe. Bleibt die Hoffnung,
dass sie nicht das Wamsrammeln
erhalten und
sich vor Bauchweh krümmen. Ich weiss auch nicht ob sie mit
einer Tonne
zahlen und
auf den Hunderter richtig herausbekommen oder ob sich der Frischling von einem Toffel an der Kasse verzählt
- so ein Dummkopf, ne richtige Tulpe.
«Was machen wir nun, wollen wir ein wenig durch die Savanna tigern?»
«Na ja, du Provokalo, hast es wohl auf den
Puddingdampfer
abgesehen
der eben aus dem Café kommt und wohl zu viel Süsses gepullt hat.»
«Ach du quarkst
doch Scheisse,
du Schwalli
check mal
dein Proggi in der Denkschüssel du Denkzwerg, Nullchecker das ist ja noch ein Primelkopf!»
«Musst ja nicht gleich so daherrülpsen und mich zulallen,
zukleistern, bekeimen, zuföhnen
und bedönnern, war bloss en Vorschlag.
Nun, zieh bloss nicht so'n mieses Zifferblatt mach die Klappe zu und schimmle mich nicht voll.»
«Mach du nur nicht den Hunk,
du Problemiker, Vollsocke du ewiger Gripsräver, bist selber ein Gähnaffe!
«Fertig gezwittert
und gezofft (gestritten), geblubbert du Bodenturner (Gehirn in Bodennähe), lass uns, statt so
trady rumzugurgeln, was rocken.»
«Na ja, du pudelst
ja auch recht
zugeschissen
daher, mein
gekotztes
Beileid für
dich! Schalten wir uns also weg, aber
erst muss ich wassern, dann geht es mir besser
und wir können uns verzupfen. Kino wa?»
«Nö, dieser Film ist kompletter trash, total
Banane und
zudem ein Rührschinken. Aber in meiner Tomate laufen grade spannende Halluzis an, mir wird schon noch 'ne Voll-Lampe aufgehen, aber mach du erst mal nen Toelupp und sprutzle
deine Spargel sonst gehts noch in die Hosen, du Schlafrohr!»
Während er so wartet sieht er wie einer in einer Riesenorgel rumschüsselt, und denkt sich, das wird wohl ein Proll, ein Snobiety sein der einen vollen Teller hat, aber null sympathiko ist. Auch die asslige Nachtkerze auf dem Beifahrersitz scheint von Vordergestern, fast wie eine Fossilscheibe zu sein. Hoffentlich erwischt ihn kein Poli oder Promillologe mit einem Blasröhrchen, sonst geht er sicher einige Zeit in die Tonne und er sieht seinen Protzbunker lange nicht mehr. Muss eh nicht alle Nadeln auf der Tanne haben so ne Kiste zu fahren so ein Angeber, Arsch-Raller, Wichtigknochen!
Erleichert kommt
der Kollege im Tanzbärenschritt
zurück.
«He, du hast deinen Sonnenschirm, Glatzenschoner, Kürbiskappe, Melonendeckel, Dachpappe
verkehrt rum
auf der Gehirnschüssel und eben erst noch was verdackelt. Eben fuhr ein aufgemotzter Schlampenschlepper
vorbei, da
hättest du deine Sehlappen
aber geöffnet.»
«Willst du mich vereiern, lass mich von dir doch
nicht verschiffen?»
«Shur - und in der Schlampenschaukel sass auch noch ne echt
supi symreale, trüffelige Tussi drin» wollte er seinen Kollegen
verticken.
«Bei der hättest du in diesem Fall eh nicht stranden können oder sie hätte
dir nach dem ersten Treff die Stornokarte verpasst riffelst du das du Motzbolzen?» konterte der Kollege.
«Oh mei, sieh nur den Minipanzer dort drüben was hat denn die bloss für
ne Ätz-Kutte
an.»
«Mit der möcht ich trotzdem echt mal in der Knarrkante abmatten, knuspern und ableichen natürlich nur mit einem Knebelsack, will mir ja nichts einfangen.»
«Lass die Finger von dem Kühlturm, gehst besser in nen Reiterhof, sonst wird dich Sten abledern, dir eine
Massage verpassen und
dich vom Teller
ziehen ist
doch seine Tuss
und die war
erst kürzlich beim Tittenklempner, darum hat sie so schrille Hupen und ein volles Hemd.»
«Was? Willst du mich abflocken, die gehört wirklich Sten, der ist doch ein
echter Zonk, echt stutendoof, dass es nur so kracht!»
«Nun er mag ein Trottel sein, aber zinken lässt der sich nicht; obwohl sich der Schnuffi in der Disco ultra verstrahlte und nun in der Wiederaufbereitungsanlage (Drogenklinik) steckt
und dort sicher nichts zu süppeln kriegt, sondern nur Tee schlürft.»
«Ja, der hat für eine Zeit fertig abgehottet, war eh ne echte Schockmeise, ein echter Schneckenschiss, dabei ist sein Kohlenbeschaffer doch ultra schniekig (spiessig).»
«Ja, der hat echt n'en Schatten, steht voll neben der Rolle! Ich riffle
auch nicht
warum der immer so robotert
und reinhämmert, der holt sich noch ein
Karoshi (Todesursache) echt doof,
der Ötzi!
«Einfach zum Reihern, nicht verwunderlich,
dass Sten sich immer öfter volldröhnte.»
«Ach du Scheisse, schalt dein Hirn mal auf Peilung, jetzt kommt eine Himmelpisse, lass uns die Füsse auf den Rücken schnallen, einen Schuh machen, davonspritzen und einen Abpfiff machen
bevor wir ....»
... schade, schade: Den Rest der Unterhaltung verstand ich nicht mehr, sah die beiden nur noch von hinten - so ein Fullshit. Jetzt müssen Sie auf die Fortsetzung warten - rallen Sie das? Nehme ich wohl an. Sie wären dann in der Jugendsprache (durchaus positiv gemeint) beleuchtet, eine Blitzbirne, ein Gripsräver, Dickbrettbohrer, Kniffel oder sogar eine Superbirne. Und sicher kein Nichtsraller, Nichtspuller, Nullchecker, Volllampe, Dämeltier, Hirschkopf, Hasenhirn, Hunk, Halbbomber. Jetzt ist aber fertig gelacht: Schliessen Sie nun Zahnhalter, Lunte, Schlunte und Luke. Sicher haben Sie noch was zu hämmern, robotern, hinkeln, wörken, rocken, muddeln oder tieren ....
... sonst empfehle
ich Ihnen das Buch von Hermann Ehmann «Endgeil» (ISBN
Nr. 3 406 528 7)
dem ich die Ausdrücke entnommen und daraus den fiktiven Dialog
getextet habe.
© Januar 2007 Ueli Wolfensberger
PS: Feedback, Meinungen und neue Ausdrücke (bitte mit Übersetzung ...!!!) von Leserinnen und Leser aller Jahrgänge zu diesem Thema sind willkommen. E-Mail / Kontakt-Formular genügt.
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