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Breite Unternehmensbefragung
von KPMG zeigt auf:
Die Mehrwertsteuer ist
tückenreich.
Praktiker klagen unentwegt, dass die Mehrwertsteuer (MWSt) nur
in der Theorie eine einfach zu bewältigende Abgabe sei. Die
Revisions- und Beratungsfirma KPMG wollte der Sache auf den Grund
gehen. Sie hat in Zusammenarbeit mit dem von Prof. Conrad Meyer
geleiteten Institut für Rechnungswesen und Controlling der
Universität Zürich den Stellenwert der MWSt-Risiken
bei den Unternehmen, deren Handhabung und die generelle Ausgestaltung
des MWSt-Managements untersucht.
Die im Sommer 2004 durchgeführte Studie, die auf einer breit angelegten Unternehmensbefragung basiert - angeschrieben wurden die 500 umsatzstärksten Unternehmen des Landes sowie die 20 grössten Banken und Versicherungen -, bestätigt die grosse Komplexität der MWSt bzw. die vielen formellen und materiellen Risiken, mit denen mehrwertsteuerpflichtige Firmen tagtäglich konfrontiert sind. Die Umfrageergebnisse sind zweifellos repräsentativ, zumal die Rücklaufquote der Umfrage beachtliche 33% erreichte.
Da die Befragten wohl samt und sonders über ein gut ausgebautes Rechnungswesen und über steuerliches Fachwissen verfügen, sticht ein Befragungsergebnis ganz besonders ins Auge: Laut der Studie wurden bei 89% der durch externe Instanzen geprüften Unternehmen Mängel aufgedeckt - reichend von einer Falschbeurteilung der Steuerpflicht (etwa bei konzerninternen Transaktionen) bis zu mangelhaften Exportnachweisen.
Entsprechend
hoch ist das pekuniäre Risikopotenzial.
So hatte laut der Studie eine Revision durch die Eidgenössische
Steuerverwaltung für 84% der geprüften Unternehmen finanzielle
Folgen in Form von Nachsteuern samt Verzugszinsen. Mehrheitlich
(52%) flatterte den Unternehmen eine nachträgliche Steuerrechnung
von höchstens 0,5 Mio. Fr. ins Haus, aber immerhin ein Viertel
der beanstandeten Firmen musste zwischen 0,5 Mio. Fr. und 2 Mio.
Fr. nachzahlen und ein knapper Fünftel (19%) sogar zwischen
2 Mio. Fr. und 5 Mio. Fr. Für Grosskonzerne mögen solche
Beträge noch gut verkraftbar sein. Für kleine und mittlere
Unternehmen könne aber eine MWSt-Revision durch «Bern»
gravierende finanzielle Konsequenzen haben, betonte Jörg
Walker, Leiter Steuerberatung und Mitglied der Geschäftsleitung
von KPMG Schweiz, an der Medienkonferenz.
Wie die Studie weiter zeigt, kennt
zwar etwa jedes zweite Unternehmen seine konkreten MWSt-Risiken,
die übrigens bei dieser Abgabe umso grösser sind, als
sie nach dem Prinzip der Selbstdeklaration mit entsprechenden
Gefahren der Falschinterpretation von Gesetzen und Weisungen erhoben
wird. Gleichwohl würden diese Risiken zumeist aus Zeitnot
nicht eliminiert und nicht etwa wegen eines vermuteten schlechten
Kosten-Nutzen-Verhältnisses einer Problemlösung, erklärte
Meyer, der für den wissenschaftlichen Teil der Studie verantwortlich
zeichnet.
(Quelle: NZZ)
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