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Die 10 häufigsten Webdesign-Fehler des Jahres 2005
Die nachfolgende Zusammenfassung
der 10 häufigsten Webdesign-Fehler wurde von vielen Nutzern
auf Anfrage des bekannten Web-Designers Jakob Nielsen zusammengestellt.
Oftmals sind es ganz banale und längst bekannte Design-Fehler,
die den Anwendern das Leben schwer machen. Wenn Sie also die diesjährige
Top-Ten-Liste lesen, sagen Sie sich wahrscheinlich: «Ja,
davon habe ich schon gehört.»
Da diese Fehler aber weiterhin so häufig vorkommen, ist es
verständlich, dass sich die Leute immer noch über sie
beschweren.
1. Probleme
mit der Lesbarkeit
Mängel in der Schriftart haben die Abstimmung mit Abstand
gewonnen und fast doppelt so viele Stimmen bekommen wie Fehler
Nr. 2. Etwa zwei Drittel der Benutzer beschwerten sich über
kleine oder fixierte Schriftgrössen; etwa ein Drittel über
ungenügenden Kontrast zwischen Text und Hintergrund. Gewusst, dass die Schriften
(und Farben!) bei den Anwendern, je nach deren Voreinstellungen
verschieden sind?
2. Keine Standard-Links
Die sechs Hauptrichtlinien
für Links sind folgende:
1. Machen
Sie klar erkennbar, was klickbar ist:
Verwenden Sie farbigen, unterstrichenen Text für Textlinks
(und unterstreichen Sie keinen unverlinkten Text).
2. Unterscheiden
Sie zwischen besuchten und nicht besuchten Links
(was teilweise wiederum abhängig ist von den Voreinstellungen
der User ...)
3. Erklären
Sie, was die Leute am anderen Ende des Links vorfinden und fügen Sie einige informative
Schlüsselbegriffe in den Ankertext selbst ein. Damit erhöhen
Sie zusätzlich sowohl die Scannbarkeit als auch die Suchmaschinen-Optimierung
(sog. SEO: Search Engine Optimization). Verzichten Sie für
Links auf nichts sagende Texte wie "hier klicken".
4. Vermeiden
Sie JavaScript
und andere technische Tricks,
die die Standard-Interaktionstechnik der Links durchbrechen.
5. Keine Seiten
in neuen Fenstern öffnen
(ausser bei PDF-Dateien und
ähnlichem, ausser es sei denn vom Aufbau oder der Steuerung
her wirklich zwingend).
6. Links sind
das klassischste Interaktions-Element im Web.
Wenn Sie die gängige Erwartung an die Funktionalität
von Links verletzen, verwirren sie die Benutzer und halten sie
auf. Letztlich können Sie damit die Besucher sogar ausserstande
setzen, Ihre Site zu benutzen.
3. Flash
Web-Benutzer begegnen
im Alltag meist schlechtem Flash, dessen einziger Zweck darin
besteht, die Leute zu nerven. Lichtblick: Vorschaltseiten und Flash-Intros sind
fast ausgestorben! Sie sind
so schlecht, dass selbst die dümmsten Webdesigner sie seit
langem nicht empfehlen. Wenn auch ein paar (noch dümmere)
Kunden noch manchmal danach verlangen.
Flash ist eine Programmierumgebung und sollte eingesetzt werden,
um den Benutzern zusätzliche Mittel und Funktionen anzubieten,
die von einer statischen Seite aus nicht zugänglich sind.
Flash sollte nicht zum Aufpeppen einer Site dienen. Wenn Ihre
Inhalte langweilig sind, engagieren Sie uns für Texte. Lassen
Sie Ihre Texte von einer Drittperson oder uns lesen. Engagieren
Sie einen professionellen Fotografen, der bessere Fotos schiesst.
Aber bringen
Sie keine Bewegung in Ihre Seiten.
Denn das ist der Aufmerksamkeit der Benutzer nicht dienlich und
scheucht sie weg; die
meisten Benutzer interpretieren animierte Inhalte als nutzlose
Inhalte. Flash zur Navigation
zu benutzen ist fast genau so schlecht. Die Leute mögen eine
vorhersehbare transparente Navigation und statische Menüs
lieber.
4. Inhalte
und Texte
die nicht speziell fürs
Web geschrieben wurden sind Fehler Nummer 4. Fürs Web schreiben
heisst:
Texte, scannbar (überfliegbar und auf den Punkt zu formulieren.
Und nicht, sie mit Marketing-Englisch oder Fachausdrücken
aufzublasen.
Ausserdem sollten Webtexte die Fragen der Benutzer beantworten.
Die Umgangssprache
benutzen. Keine selbst gestrickten
Ausdrücke benützen (was zudem die Sichtbarkeit in Suchmaschinen
verbessert, da die Benutzer ja mit ihren eigenen Worten suchen
und nicht mit den Ihren).
5. Schlechte
Suchfunktionen
Die andern Punkte auf
dieser Liste sind ziemlich leicht zu beheben. Aber eine Verbesserung
der Suchfunktion erfordert leider beträchtlichen Aufwand
und Investitionen in eine bessere Software. Gleichwohl lohnt es
sich, denn die Suche ist eine fundamentale Komponente des Benutzererlebnisses
im Web wird jedes Jahr wichtiger.
6. Inkompatible
Browser
Heutzutage verwenden viele
Benutzer Firefox (sowie verschiedene andere Browser mit kleinen
Marktanteilen wie Opera und Safari), dass dieser Punkt wieder
wichtig fürs Geschäft wird: Weisen Sie keine Benutzer
ab, bloss weil sie eine andere Plattform bevorzugen. Verlangen
Sie kein spezielles Programm damit Ihre Web-Site besucht werden
kann!
7. Lästige
Formulare
Die Leute haben sich über
zahlreiche Probleme im Zusammenhang mit Formularen beklagt. Was
ist das Grundproblem? Formulare
werden im Web zu oft verwendet und sind tendenziell zu lang, sie
enthalten zu viele unnötige Fragen und Optionen. Auf längere Sicht brauchen wir auf
dem Internet eher eine Anwendungs-Metapher fürs Interaktionsdesign.
Im Moment stossen die Benutzer aber noch auf eine Unzahl an Formularen
- wir müssen jede dieser Begegnungen so sanft wie möglich
gestalten.
Zu diesem
Zweck gibt es fünf grundlegende Richtlinien:
1. Streichen Sie jede unnötige Frage
2. Legen Sie keine unnötigen Pflichtfelder fest
3. Unterstützen Sie die Komplettierungsfunktion der Browser
(Autofill) so weit es geht, indem Sie unübliche Feldbezeichnungen
vermeiden und statt dessen «Name», «Adresse»
usw. verwenden
4. Setzen Sie die Einfügemarke ins erste Feld, wenn das Formular
erscheint. So ersparen Sie den Benutzern einen Klick
5. Lassen Sie flexible Eingaben für Telefonnummern, Kreditkartennummern
und dergleichen zu. Der Computer kann nachträglich mit Leichtigkeit
Klammern, Zwischenräume usw. eliminieren. Das ist vor allem
für ältere Benutzer wichtig, die oft leiden, wenn sie
Daten in ungewohnten Formaten eingeben müssen. Wollen Sie
Bestellungen verlieren, bloss weil die Benutzer ihre Kreditkartennummer
lieber in übersichtlichen Vierergrüppchen eintippen
als in einer zentimeterlangen, fehleranfälligen Schlange
aus 16 Ziffern?
Formulare, die die Richtlinien für Internationalisierung
verletzen, lassen viele ausländische Kunden fluchen. Wenn
beispielsweise die Eingabe einer französischen oder österreichischen
Postleitzahl eine Fehlermeldung hervorruft, brauchen Sie sich
gar nicht zu wundern, wenn Sie in diesen Ländern nur sehr
wenig Umsatz machen.
8. Fehlen von
Kontaktdaten und Informationen zum Unternehmen
Zwar werden als Kontaktdaten
meist Telefonnummern und E-Mail-Adressen verlangt, aber eine physische
Postanschrift auf der Site könnte noch wichtiger sein. Schliesslich
ist sie für die Glaubwürdigkeit sehr zentral. Einem
Unternehmen ohne Adresse gibt man nur ungern Geld.
9. Starre Layouts
mit fixierter Seitenbreite
Grundsätzlich ist
auch hier zu beachten, dass die User verschiedene Einstellungen
haben. Nichts ärgerlicher als wenn man auf einer Seite nach
rechts (!) scrollen muss weil das Layout so fixiert ist. Fenster
sollten sich auch in der Breite anpassen und der Text bei der
Verkleinerung oder Vergrösserung der Seite «mitlaufen».
Zudem lassen sich diesbezüglich die Beschwerden in zwei Kategorien
einteilen:
- Auf grossen
Bildschirmen sind Websites schwer zu benutzen, wenn sie sich nicht
ans jeweilige Fenster anpassen.
Wenn Benutzer dagegen ein kleines Fenster haben und die Seite
sich nicht anpasst, kommt es zu unerträglichem waagerechten
Scrollen.
- Der Teil
ganz rechts auf der Seite wird beim Ausdrucken starrer Seiten
einfach abgeschnitten. In
Europa ist das besonders gravierend, da hier im Gegensatz zu den
USA noch schmaleres Papier zum Einsatz kommt (A4 zu USA-Letter
Format).
Bei den Schriftgrössen handelt es sich um ein verwandtes
Thema. Wenn eine Site Fehler Nr. 1 umschifft und die Schriftgrössen
nicht einfriert, dann vergrössern jene Benutzer mit hochauflösenden
Bildschirmen meist die Schrift. Wenn sie dann aber auch das Fenster
vergrössern wollen, um den grösseren Text besser lesbar
zu machen, durchkreuzt ein starres Layout ihre Bemühungen.
Die schlimmsten
Übeltäter sind jene Sites, die Breite und Höhe
des Blickfeldes fixieren,
wenn sie Informationen in einem Popup-Fenster präsentieren.
Popups sind eigentlich ein Fehler für sich - wenn Sie sie
aber schon verwenden müssen, zwingen Sie die Benutzer wenigstens
nicht, in einem winzigen Schlüsselloch zu lesen. Die absolute
Mindestanforderung ist, daß die Benutzer die Grösse
jedes neuen Fensters einstellen können.
10. Unpassende
Vergrösserung von Fotos
Dieser Punkt sollte meiner
Meinung nach individuell auf die jeweilige Site und die Bedürfnisse
der Kunden angepasst sein. Eine schon lange bestehende Richtlinie
für E-Commerce-Usability verlangt zwar den Benutzern die
Möglichkeit zur Vergrösserung von Produktfotos zu geben,
damit sie sich Ausschnitte ansehen können. Doch nicht immer
ist dies zwingend oder notwendig. Während da eine Detailansicht
oder die visuelle Beurteilung einer Oberfläche wichtig sein
kann, ist es anderorts nicht zwingend. Zwar fallen Downloadzeiten
nicht mehr so ins Gewicht wie früher aber das «Seitengewicht»
in Mega ist oftmals noch entscheidend.
Vergrösserung
von Fotos
Oft wird als Hilfe zur Zoom-Funktionen ein Vergrösserungsglas
abgebildet. Doch viele Sites wenden diese Funktion auch falsch
an. Der schlimmste
Fehler ist es, wenn die Benutzer einen Knopf «grösseres
Foto» anklicken, und die Site dann einfach das gleiche Foto
anzeigt wie vorher.
Es ist immer
ein Fehler, tote Links anzubieten.
Speziell, solche die nichts bewirken, wenn man sie anklickt. Solche
funktionslosen Links und Knöpfe vergrössern den Wirrwarr.
Sie verschwenden Zeit und steigern die Verwirrung der Benutzer.
Wenn die Benutzer ein grosses Foto haben wollen, dann zeigen Sie
ihnen doch ein grosses Foto. Oft ist es am besten, eine Vergrösserung
anzubieten, die das von Ihren Kunden am häufigsten verwendete
Bildschirmformat (aktueller Stand 2005 bei B-to-C-Sites liegt
bei 1024*768
Pixel.).
In anderen Fällen ist das unbefriedigend! Es ist besser,
den Benutzern die Details in einer Reihe von Ausschnittbildern
anzubieten als sie über ein übergrosses Foto scrollen
zu lassen.
Wenn die Benutzer ausdrücklich nach grösseren Bildern
verlangen, dann sollte ihnen das geboten werden. Dann sind sie
bereit, auf das Herunterladen zu warten - es sei denn, am Ende
des Wartens stehe nur ein mittelgrosses Bild ...
Fazit:
Obige Liste
der grössten Probleme beweist klar die Notwendigkeit, zu
den Grundlagen des Webdesigns zurückzukehren. Auf Mailinglisten und Websites der Internetbranche
wird viel über die neuen fantastischen "Web 2.0"-Funktionen
gesprochen, genau so auf den Konferenzen. Aber den Benutzern sind
Techniken egal, und sie verlangen nicht besonders nach neuen Funktionen.
Was sie wollen, sind qualitative Verbesserungen bei den Grundlagen:
- Text, den
sie gut lesen können,
- Inhalt, der ihre Fragen beantwortet
- eine Navigation und Suche, die ihnen zu finden hilft, was sie
suchen
- kurze und einfache Formulare
- und: keine Bugs, keine Datenkorruption; keine toten Links; keine
veralteten Inhalte.
Tipps vom Autor
Jakob Nielsen
Jedes Mal, wenn Sie die
Versuchung verspüren, auf Ihrer Site eine neue Funktion oder
eine fortgeschrittene Technik einzubauen, überlegen Sie zuerst,
ob Sie keinen höheren ROI erzielen, wenn Sie mit den vorhandenen
Ressourcen das bereits Bestehende aufpolieren. Die meisten Unternehmen,
E-Commerce-Sites, Regierungsstellen und gemeinnützigen Organisationen
würden mit besseren Überschriften viel mehr für
die Geschäftsziele ihrer Website tun als mit irgendeiner
neuen Technik (abgesehen von einer besseren Suchmaschine natürlich).
Bitte von uns
Wer im Glashaus sitzt,
sollte nicht mit Steinen um sich werfen. In diesem Sinne sind
auch wir froh um Ihre Meinung zu unserer Site. Melden Sie uns
bitte tote Links. Mailen Sie uns Ihre Meinung wir sind gespannt
und danken. E-Mail
Quelle: Internet-Berichte
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