www.werbewolf.ch...NOVEMBER-NEWS 2005


Werbung wird akzeptiert und ist beliebter als angenommen.

Viele Politiker glauben, Bürgerinnen und Bürger vor der Werbung schützen zu müssen. Eine unabhängige Studie der Schweizer Werbung SW ist der Frage nachgegangen, ob denn die kommerzielle Kommunikation wirklich so unbeliebt ist, wie einige behaupten. Die Untersuchung zeigt ein anderes Bild.
In Genf, Lausanne und Basel gibt es Bestrebungen, die Werbung vor eine Ethikkommission zu bringen, bevor sie publiziert werden darf. Und in vielen Kantonen werden Werbeverbote gefordert. Die Initianten solcher Anliegen gehen davon aus, dass die KonsumentInnen Abscheu vor Werbung haben und endlich davor geschützt, resp. davon befreit werden wollen.

Für viele Unternehmen, insbesondere in der Kommunikationsbranche, ist diese immer wieder behauptete Phobie ein ernsthaftes Problem, hängt doch der wirtschaftliche Erfolg nicht zuletzt vom Marketing und der kommerziellen Kommunikation ab. Eine im März 2005 durchgeführte Studie sollte endlich Klarheit schaffen.

Haben die Schweizerinnen und Schweizer wirklich grundlegend etwas gegen Werbung?
Und wenn ja: Welche wird eher toleriert als andere? 1285 Personen im Alter von 14 bis 80 (Durchschnittsalter: 44 Jahre) in der ganzen Schweiz sind mit einer Reihe von entsprechenden Fragen konfrontiert worden.

Fast zwei Drittel mögen Werbung
Die erste Frage versuchte in Erfahrung zu bringen, wie es denn generell mit der Einstellung der Schweizerinnen und Schweizer gegenüber Werbung steht.
- 59% der Befragten haben ein durchaus positives Bild von der Werbung, rund ein Drittel mag sie nicht besonders, und bloss 6% geben an, Werbung abzulehnen.
Erstaunlich ist, dass ausgerechnet in der Romandie, wo die Anti-Werbereflexe stärker zu sein scheinen, als in der Deutschschweiz, die Zustimmung grundsätzlich höher ist: 67% der Westschweizer haben eine positive Einstellung gegenüber der Werbung. Zu denken geben muss es den Befürworter der Anti-Werbe-Bewegung, dass ausgerechnet die Genfer mit 68% die höchste Zustimmungsrate aufweisen. Über zwei Drittel des Calvin-Kantons ist also gegenüber kommerzieller Kommunikation durchaus positiv eingestellt.
Wenn man die Antworten analysiert, so stellt man fest:
Die Jungen, die Männer, die besser Gebildeten und die Romands mögen Werbung eher als die Älteren, Frauen, Angestellten und Deutschschweizer.

Werbung hat durchaus unterschiedlichen Impact.
Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass sie bei den diversen Mediengattungen einen unterschiedlichen «Störungsgrad» aufweist. Am meisten nervt Werbung (Mehrfachnennungen möglich)
- 77% beim Fernsehen
- 69% im Briefkasten und Handy
- 56% beim Internet
- 45% beim Radio
- 24% in Magazinen
- 23% im Kino
- 18 % in der Tagespresse
- 16% Plakate und in öffentlichen Verkehrsmitteln

Einstellung zur Werbung
Interessant ist die Frage, wie sich denn die Einstellung zur Werbung in den letzten drei Jahren verändert hat. Beim Fernsehen, im Briefkasten, im Internet und bei den Plakaten hat die Abneigung leicht zugenommen, Werbung im Radio, in den Magazinen, im Kino und in der Tagespresse kommt heute gegenüber 2002 besser an.

Regionale Unterschiede
Teilweise treten erhebliche regionale Unterschiede auf: Die Deutschschweizer fühlen sich von TV-Werbung stark gestört (80%) in Genf sind es mit 71% deutlich weniger. Anders bei den Plakaten: Nur 17% der Deutschschweizer stören sich an Plakaten, wogegen es in Genf immerhin 24% sind.

Die Beeinflussung durch Werbung
Die Frage, ob Werbung persönlich zum Kauf animiert oder nicht, ist seit jeher stark umstritten. Die Umfrage hat ebenfalls nicht wirklich Klarheit geschaffen:
- 44% der SchweizerInnen meinen, dass sie Werbung zum Kauf animiert, etwas weniger glauben, Werbung hätte keinen Einfluss auf ihr Konsumverhalten.
- Knapp 20% behaupten gar, Werbung würde sie explizit davon abhalten, ein beworbenes Produkt zu erwerben.

Stellt man die Frage allerdings allgemein, so sehen die Zahlen völlig anders aus: 79% der SchweizerInnen glauben, dass Werbung generell zum Konsum anregt. Etwas mehr als 10% streiten aber auch dies ab, und rund 5% sind der Meinung, dass Werbung generell vom Konsum abschreckt.

Beeinflusst Werbung unser Leben?
- 84% der StudienteilnehmerInnen antworteten mit «stark», resp. «ziemlich stark» . Das gilt mehr oder weniger für die ganze Schweiz. Die regionalen Unterschiede sind nicht erheblich: Deutschschweiz: 87%, Westschweiz: 81%.

Kinder und viel Haut stören nicht
Nachdem es in jüngster Zeit häufig zu Beschwerden wegen allzu freizügiger Werbung gekommen ist, interessiert die Frage nach dem Empfinden in Sachen «Haut» ganz besonders. Die Beschwerdeführer werden erstaunt sein, wie wenig sich die Bevölkerung von viel Haut geschockt fühlt:
- 68% der Befragten fühlen sich davon nicht belästigt. Lediglich 28% mögen freizügige Darstellungen nicht.

Noch deutlicher ist die Frage nach dem Umstand, dass Kinder in der Werbung vorkommen.
- 72% gaben an, nichts gegen Kinder in der Werbung zu haben. Nur 21% sind da konträrer Meinung.

Bemerkenswert sind hier allerdings die regionalen Unterschiede: Derweil bloss 25% der Deutschschweizer sich an nackter Haut stören, sind es in der Romandie allgemein 36% und in Genf 38%.

Amüsante Werbung erwartet
Ein Thema, das die Werbebranche brennend interessieren muss, betrifft die Erwartung, welche die Konsumenten an die Werbung haben. Soll Werbung unterhalten, einfach zu verstehen sein oder lediglich informieren?
Oder soll sie gar zum Träumen anregen? Das Ergebnis ist wenig überraschend:
- 84% der Befragten erwarten, dass Werbung amüsant und unterhaltsam ist
- 78% meinen dass Werbung leicht verstanden werden muss
- 77% verlangen informative Werbung, 72% überraschende
Und ­ erst am Schluss der Tabelle stehen die Argumente «zum Kauf animieren» (39%) und «zum Träumen bringen» mit 35%.

Wirtschaftliche Bedeutung der Werbung
Die Bedeutung der Werbung als wirtschaftlicher Faktor ist in der Bevölkerung überraschend stark bekannt. Sowohl betreffend Arbeitsplätzen als auch betreffend Existenzsicherung der Medien.
91% der Befragten erklärten, dass Werbung für die Existenz zahlreicher Zeitungen unerlässlich sei. Und man ist sicher (81%), dass die TV-Konzessionsgebühren ohne TV-Werbung erheblich ansteigen würden. Dass die Werbung für Arbeitsplätze besorgt ist, davon sind 88% überzeugt, und 79% glauben, dass die Werbung für eine gesunde Entwicklung der Oekonomie unerlässlich ist.

Nur relativ wenige (61%) sind dagegen der Meinung, Werbung verteuere lediglich die Produkte und die Dienstleistungen, und 46% fordern, dass der Staat sich ernsthafter um die Reglementierung der Werbung kümmere.

Werden Marken überschätzt?
Nicht nur Werbung war Bestandteil der Umfrage, man wollte auch mehr über die Bedeutung der Marken erfahren. Und dabei ergab sich das doch einigermassen überraschende Ergebnis, dass 54% der Befragten sich überhaupt nichts aus Marken machen. Für sie habe die Marke keinerlei Bedeutung. 26% meinten gar, sie könnten total auf sie verzichten.

Quelle: Newsletter der Schweizer Werbung SW

www.werbewolf.ch
...NOVEMBER-NEWS 2005


Werbung wird akzeptiert und ist beliebter als angenommen.

Viele Politiker glauben, Bürgerinnen und Bürger vor der Werbung schützen zu müssen. Eine unabhängige Studie der Schweizer Werbung SW ist der Frage nachgegangen, ob denn die kommerzielle Kommunikation wirklich so unbeliebt ist, wie einige behaupten. Die Untersuchung zeigt ein anderes Bild.
In Genf, Lausanne und Basel gibt es Bestrebungen, die Werbung vor eine Ethikkommission zu bringen, bevor sie publiziert werden darf. Und in vielen Kantonen werden Werbeverbote gefordert. Die Initianten solcher Anliegen gehen davon aus, dass die KonsumentInnen Abscheu vor Werbung haben und endlich davor geschützt, resp. davon befreit werden wollen.

Für viele Unternehmen, insbesondere in der Kommunikationsbranche, ist diese immer wieder behauptete Phobie ein ernsthaftes Problem, hängt doch der wirtschaftliche Erfolg nicht zuletzt vom Marketing und der kommerziellen Kommunikation ab. Eine im März 2005 durchgeführte Studie sollte endlich Klarheit schaffen.

Haben die Schweizerinnen und Schweizer wirklich grundlegend etwas gegen Werbung?
Und wenn ja: Welche wird eher toleriert als andere? 1285 Personen im Alter von 14 bis 80 (Durchschnittsalter: 44 Jahre) in der ganzen Schweiz sind mit einer Reihe von entsprechenden Fragen konfrontiert worden.

Fast zwei Drittel mögen Werbung
Die erste Frage versuchte in Erfahrung zu bringen, wie es denn generell mit der Einstellung der Schweizerinnen und Schweizer gegenüber Werbung steht.
- 59% der Befragten haben ein durchaus positives Bild von der Werbung, rund ein Drittel mag sie nicht besonders, und bloss 6% geben an, Werbung abzulehnen.
Erstaunlich ist, dass ausgerechnet in der Romandie, wo die Anti-Werbereflexe stärker zu sein scheinen, als in der Deutschschweiz, die Zustimmung grundsätzlich höher ist: 67% der Westschweizer haben eine positive Einstellung gegenüber der Werbung. Zu denken geben muss es den Befürworter der Anti-Werbe-Bewegung, dass ausgerechnet die Genfer mit 68% die höchste Zustimmungsrate aufweisen. Über zwei Drittel des Calvin-Kantons ist also gegenüber kommerzieller Kommunikation durchaus positiv eingestellt.
Wenn man die Antworten analysiert, so stellt man fest:
Die Jungen, die Männer, die besser Gebildeten und die Romands mögen Werbung eher als die Älteren, Frauen, Angestellten und Deutschschweizer.

Werbung hat durchaus unterschiedlichen Impact.
Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass sie bei den diversen Mediengattungen einen unterschiedlichen «Störungsgrad» aufweist. Am meisten nervt Werbung (Mehrfachnennungen möglich)
- 77% beim Fernsehen
- 69% im Briefkasten und Handy
- 56% beim Internet
- 45% beim Radio
- 24% in Magazinen
- 23% im Kino
- 18 % in der Tagespresse
- 16% Plakate und in öffentlichen Verkehrsmitteln

Einstellung zur Werbung
Interessant ist die Frage, wie sich denn die Einstellung zur Werbung in den letzten drei Jahren verändert hat. Beim Fernsehen, im Briefkasten, im Internet und bei den Plakaten hat die Abneigung leicht zugenommen, Werbung im Radio, in den Magazinen, im Kino und in der Tagespresse kommt heute gegenüber 2002 besser an.

Regionale Unterschiede
Teilweise treten erhebliche regionale Unterschiede auf: Die Deutschschweizer fühlen sich von TV-Werbung stark gestört (80%) in Genf sind es mit 71% deutlich weniger. Anders bei den Plakaten: Nur 17% der Deutschschweizer stören sich an Plakaten, wogegen es in Genf immerhin 24% sind.

Die Beeinflussung durch Werbung
Die Frage, ob Werbung persönlich zum Kauf animiert oder nicht, ist seit jeher stark umstritten. Die Umfrage hat ebenfalls nicht wirklich Klarheit geschaffen:
- 44% der SchweizerInnen meinen, dass sie Werbung zum Kauf animiert, etwas weniger glauben, Werbung hätte keinen Einfluss auf ihr Konsumverhalten.
- Knapp 20% behaupten gar, Werbung würde sie explizit davon abhalten, ein beworbenes Produkt zu erwerben.

Stellt man die Frage allerdings allgemein, so sehen die Zahlen völlig anders aus: 79% der SchweizerInnen glauben, dass Werbung generell zum Konsum anregt. Etwas mehr als 10% streiten aber auch dies ab, und rund 5% sind der Meinung, dass Werbung generell vom Konsum abschreckt.

Beeinflusst Werbung unser Leben?
- 84% der StudienteilnehmerInnen antworteten mit «stark», resp. «ziemlich stark» . Das gilt mehr oder weniger für die ganze Schweiz. Die regionalen Unterschiede sind nicht erheblich: Deutschschweiz: 87%, Westschweiz: 81%.

Kinder und viel Haut stören nicht
Nachdem es in jüngster Zeit häufig zu Beschwerden wegen allzu freizügiger Werbung gekommen ist, interessiert die Frage nach dem Empfinden in Sachen «Haut» ganz besonders. Die Beschwerdeführer werden erstaunt sein, wie wenig sich die Bevölkerung von viel Haut geschockt fühlt:
- 68% der Befragten fühlen sich davon nicht belästigt. Lediglich 28% mögen freizügige Darstellungen nicht.

Noch deutlicher ist die Frage nach dem Umstand, dass Kinder in der Werbung vorkommen.
- 72% gaben an, nichts gegen Kinder in der Werbung zu haben. Nur 21% sind da konträrer Meinung.

Bemerkenswert sind hier allerdings die regionalen Unterschiede: Derweil bloss 25% der Deutschschweizer sich an nackter Haut stören, sind es in der Romandie allgemein 36% und in Genf 38%.

Amüsante Werbung erwartet
Ein Thema, das die Werbebranche brennend interessieren muss, betrifft die Erwartung, welche die Konsumenten an die Werbung haben. Soll Werbung unterhalten, einfach zu verstehen sein oder lediglich informieren?
Oder soll sie gar zum Träumen anregen? Das Ergebnis ist wenig überraschend:
- 84% der Befragten erwarten, dass Werbung amüsant und unterhaltsam ist
- 78% meinen dass Werbung leicht verstanden werden muss
- 77% verlangen informative Werbung, 72% überraschende
Und ­ erst am Schluss der Tabelle stehen die Argumente «zum Kauf animieren» (39%) und «zum Träumen bringen» mit 35%.

Wirtschaftliche Bedeutung der Werbung
Die Bedeutung der Werbung als wirtschaftlicher Faktor ist in der Bevölkerung überraschend stark bekannt. Sowohl betreffend Arbeitsplätzen als auch betreffend Existenzsicherung der Medien.
91% der Befragten erklärten, dass Werbung für die Existenz zahlreicher Zeitungen unerlässlich sei. Und man ist sicher (81%), dass die TV-Konzessionsgebühren ohne TV-Werbung erheblich ansteigen würden. Dass die Werbung für Arbeitsplätze besorgt ist, davon sind 88% überzeugt, und 79% glauben, dass die Werbung für eine gesunde Entwicklung der Oekonomie unerlässlich ist.

Nur relativ wenige (61%) sind dagegen der Meinung, Werbung verteuere lediglich die Produkte und die Dienstleistungen, und 46% fordern, dass der Staat sich ernsthafter um die Reglementierung der Werbung kümmere.

Werden Marken überschätzt?
Nicht nur Werbung war Bestandteil der Umfrage, man wollte auch mehr über die Bedeutung der Marken erfahren. Und dabei ergab sich das doch einigermassen überraschende Ergebnis, dass 54% der Befragten sich überhaupt nichts aus Marken machen. Für sie habe die Marke keinerlei Bedeutung. 26% meinten gar, sie könnten total auf sie verzichten.

Quelle: Newsletter der Schweizer Werbung SW

www.werbewolf.ch
...NOVEMBER-NEWS 2005


Werbung wird akzeptiert und ist beliebter als angenommen.

Viele Politiker glauben, Bürgerinnen und Bürger vor der Werbung schützen zu müssen. Eine unabhängige Studie der Schweizer Werbung SW ist der Frage nachgegangen, ob denn die kommerzielle Kommunikation wirklich so unbeliebt ist, wie einige behaupten. Die Untersuchung zeigt ein anderes Bild.
In Genf, Lausanne und Basel gibt es Bestrebungen, die Werbung vor eine Ethikkommission zu bringen, bevor sie publiziert werden darf. Und in vielen Kantonen werden Werbeverbote gefordert. Die Initianten solcher Anliegen gehen davon aus, dass die KonsumentInnen Abscheu vor Werbung haben und endlich davor geschützt, resp. davon befreit werden wollen.

Für viele Unternehmen, insbesondere in der Kommunikationsbranche, ist diese immer wieder behauptete Phobie ein ernsthaftes Problem, hängt doch der wirtschaftliche Erfolg nicht zuletzt vom Marketing und der kommerziellen Kommunikation ab. Eine im März 2005 durchgeführte Studie sollte endlich Klarheit schaffen.

Haben die Schweizerinnen und Schweizer wirklich grundlegend etwas gegen Werbung?
Und wenn ja: Welche wird eher toleriert als andere? 1285 Personen im Alter von 14 bis 80 (Durchschnittsalter: 44 Jahre) in der ganzen Schweiz sind mit einer Reihe von entsprechenden Fragen konfrontiert worden.

Fast zwei Drittel mögen Werbung
Die erste Frage versuchte in Erfahrung zu bringen, wie es denn generell mit der Einstellung der Schweizerinnen und Schweizer gegenüber Werbung steht.
- 59% der Befragten haben ein durchaus positives Bild von der Werbung, rund ein Drittel mag sie nicht besonders, und bloss 6% geben an, Werbung abzulehnen.
Erstaunlich ist, dass ausgerechnet in der Romandie, wo die Anti-Werbereflexe stärker zu sein scheinen, als in der Deutschschweiz, die Zustimmung grundsätzlich höher ist: 67% der Westschweizer haben eine positive Einstellung gegenüber der Werbung. Zu denken geben muss es den Befürworter der Anti-Werbe-Bewegung, dass ausgerechnet die Genfer mit 68% die höchste Zustimmungsrate aufweisen. Über zwei Drittel des Calvin-Kantons ist also gegenüber kommerzieller Kommunikation durchaus positiv eingestellt.
Wenn man die Antworten analysiert, so stellt man fest:
Die Jungen, die Männer, die besser Gebildeten und die Romands mögen Werbung eher als die Älteren, Frauen, Angestellten und Deutschschweizer.

Werbung hat durchaus unterschiedlichen Impact.
Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass sie bei den diversen Mediengattungen einen unterschiedlichen «Störungsgrad» aufweist. Am meisten nervt Werbung (Mehrfachnennungen möglich)
- 77% beim Fernsehen
- 69% im Briefkasten und Handy
- 56% beim Internet
- 45% beim Radio
- 24% in Magazinen
- 23% im Kino
- 18 % in der Tagespresse
- 16% Plakate und in öffentlichen Verkehrsmitteln

Einstellung zur Werbung
Interessant ist die Frage, wie sich denn die Einstellung zur Werbung in den letzten drei Jahren verändert hat. Beim Fernsehen, im Briefkasten, im Internet und bei den Plakaten hat die Abneigung leicht zugenommen, Werbung im Radio, in den Magazinen, im Kino und in der Tagespresse kommt heute gegenüber 2002 besser an.

Regionale Unterschiede
Teilweise treten erhebliche regionale Unterschiede auf: Die Deutschschweizer fühlen sich von TV-Werbung stark gestört (80%) in Genf sind es mit 71% deutlich weniger. Anders bei den Plakaten: Nur 17% der Deutschschweizer stören sich an Plakaten, wogegen es in Genf immerhin 24% sind.

Die Beeinflussung durch Werbung
Die Frage, ob Werbung persönlich zum Kauf animiert oder nicht, ist seit jeher stark umstritten. Die Umfrage hat ebenfalls nicht wirklich Klarheit geschaffen:
- 44% der SchweizerInnen meinen, dass sie Werbung zum Kauf animiert, etwas weniger glauben, Werbung hätte keinen Einfluss auf ihr Konsumverhalten.
- Knapp 20% behaupten gar, Werbung würde sie explizit davon abhalten, ein beworbenes Produkt zu erwerben.

Stellt man die Frage allerdings allgemein, so sehen die Zahlen völlig anders aus: 79% der SchweizerInnen glauben, dass Werbung generell zum Konsum anregt. Etwas mehr als 10% streiten aber auch dies ab, und rund 5% sind der Meinung, dass Werbung generell vom Konsum abschreckt.

Beeinflusst Werbung unser Leben?
- 84% der StudienteilnehmerInnen antworteten mit «stark», resp. «ziemlich stark» . Das gilt mehr oder weniger für die ganze Schweiz. Die regionalen Unterschiede sind nicht erheblich: Deutschschweiz: 87%, Westschweiz: 81%.

Kinder und viel Haut stören nicht
Nachdem es in jüngster Zeit häufig zu Beschwerden wegen allzu freizügiger Werbung gekommen ist, interessiert die Frage nach dem Empfinden in Sachen «Haut» ganz besonders. Die Beschwerdeführer werden erstaunt sein, wie wenig sich die Bevölkerung von viel Haut geschockt fühlt:
- 68% der Befragten fühlen sich davon nicht belästigt. Lediglich 28% mögen freizügige Darstellungen nicht.

Noch deutlicher ist die Frage nach dem Umstand, dass Kinder in der Werbung vorkommen.
- 72% gaben an, nichts gegen Kinder in der Werbung zu haben. Nur 21% sind da konträrer Meinung.

Bemerkenswert sind hier allerdings die regionalen Unterschiede: Derweil bloss 25% der Deutschschweizer sich an nackter Haut stören, sind es in der Romandie allgemein 36% und in Genf 38%.

Amüsante Werbung erwartet
Ein Thema, das die Werbebranche brennend interessieren muss, betrifft die Erwartung, welche die Konsumenten an die Werbung haben. Soll Werbung unterhalten, einfach zu verstehen sein oder lediglich informieren?
Oder soll sie gar zum Träumen anregen? Das Ergebnis ist wenig überraschend:
- 84% der Befragten erwarten, dass Werbung amüsant und unterhaltsam ist
- 78% meinen dass Werbung leicht verstanden werden muss
- 77% verlangen informative Werbung, 72% überraschende
Und ­ erst am Schluss der Tabelle stehen die Argumente «zum Kauf animieren» (39%) und «zum Träumen bringen» mit 35%.

Wirtschaftliche Bedeutung der Werbung
Die Bedeutung der Werbung als wirtschaftlicher Faktor ist in der Bevölkerung überraschend stark bekannt. Sowohl betreffend Arbeitsplätzen als auch betreffend Existenzsicherung der Medien.
91% der Befragten erklärten, dass Werbung für die Existenz zahlreicher Zeitungen unerlässlich sei. Und man ist sicher (81%), dass die TV-Konzessionsgebühren ohne TV-Werbung erheblich ansteigen würden. Dass die Werbung für Arbeitsplätze besorgt ist, davon sind 88% überzeugt, und 79% glauben, dass die Werbung für eine gesunde Entwicklung der Oekonomie unerlässlich ist.

Nur relativ wenige (61%) sind dagegen der Meinung, Werbung verteuere lediglich die Produkte und die Dienstleistungen, und 46% fordern, dass der Staat sich ernsthafter um die Reglementierung der Werbung kümmere.

Werden Marken überschätzt?
Nicht nur Werbung war Bestandteil der Umfrage, man wollte auch mehr über die Bedeutung der Marken erfahren. Und dabei ergab sich das doch einigermassen überraschende Ergebnis, dass 54% der Befragten sich überhaupt nichts aus Marken machen. Für sie habe die Marke keinerlei Bedeutung. 26% meinten gar, sie könnten total auf sie verzichten.

Quelle: Newsletter der Schweizer Werbung SW


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