www.werbewolf.ch...SEPTEMBER-NEWS 2006
PR-Krisenkommunikation
Feuer, Virenattacken, Drohungen,
Erpressungen, Umweltverschmutzung, Tätlichkeiten im Betrieb,
Produktionsfehler, Personalfehler, Übermüdung ...
Fast täglich lesen wir von solchen grösseren und kleineren
Krisen.
Die Liste möglicher Krisenherde ist lang und verlangt daher
um so mehr ein eingespieltes Krisenmanagement, das im Ernstfall
auch funktioniert.
Falsch reagiert hat zum Beispiel Skyguide nach dem Zusammenstoss
zweier Flugzeuge bei Überlingen. Die Schuldfrage wurde viel
zu früh beantwortet. Die Medienvertreter wurden mit, wie
sich erst später herausstellte, falschen Fakten bedient.
Die Aussagen und Statements waren teilweise widersprüchlich.
Über den Vorfall informierten zu viele verschiedene Personen.
Nicht verwunderlich wird dann bei den Medien spekuliert und dramatisiert,
was bis zur «Boulvardisierung» des Themas führen
kann. Der Imageschaden für das Unternehmen ist so vorprogrammiert.
Richtig
reagiert
und daher oft als Schulbeispiel
genommen war das Vorgehen der damaligen Führungscrew beim
Absturz der Swissair MD11 vor Halifax. Schlüsselfaktoren
waren wohl die fachliche Kompetenz.
Umgehend wurde rasch, klar, verständlich, sowie kontinuierlich,
emotional und regelmässig kommuniziert. Es wurde festgelegt
was, wer sagt. Glaubwürdig und nachvollziehbar nahm man Anteil
am Schicksal der Betroffenen. So konnte man dann auch die Medien
als Partner gewinnen und damit wiederum Öffentliches Vertrauen
und Sympathie.
Ausgangslage
Krisen kommen immer überraschend.
Sie sind ein grosses Schadenpotenzial. Krisen sind sofort sichtbar.
Innert Kürze steht man im Fokus der Öffentlichkeit und
der Medien. Der Schock sitzt oft tief und löst auch intern
Unsicherheit und Ängste aus. Fragen nach Fehler, Ursachen,
Verantwortlichkeit usw. müssen beantwortet werden.
Ziel muss es daher sein professionell so vorbereitet zu sein,
dass es möglichst zu keinem medialen Kontrollverlust führen
kann. «Wer sofort informiert, lässt weniger Raum für
Spekualtionen» heisst die Devise!
Was ist vorzubereiten?
Dies richtet sich grundsätzlich
nach der Betriebsgrösse und den möglichen Risiken eines
Unternehmens. Schon im kleinsten Betrieb (auch Privat) sollten
wichtige Adressen, sowie in Betrieben die von Kunden, Lieferanten,
Kontakten usw. für den Notfall (Primär: Feuer, Wasser)
intern und auswärts gesichert sein. Nur so können
diese primär wichtigen Informationen und Daten bei Bedarf
rasch genutzt werden.
Zudem empfiehlt
es sich folgende, stichwortartig auffgeführten Massnahmen
zu überdenken und zu treffen
· Aufbau einer Krisenorganisation (Krisenstab, Medienzenter,
Check-Listen)
· Auseinandersetzung mit möglichen Szenarien (je nach
Betriebsart, Gefahrenpotenzial usw.)
· Abklärung und Erfassung der Kommunikationsstrategie
· Ausbildung der Betroffenen
· Sensibilisierung und interne Information
· Schulung, Übung und testen der Massnahmen
· à jour halten der Check-Listen / Manuels usw.
· ggf. vorbereitet sein auf das was Journalisten wissen
wollen
Welche Kommunikationsgrundsätze
sind zu beachten?
· Erreichbarkeit
der Kommunikationsabteilung (-person)
· sofort klar und verständlich kommunizieren
· interne Kommunikation muss gleich lauten wie externe
· kein Raum offen lassen für Spekulationen
· Fakten geben wie sie sich zur Zeit präsentieren
· nur das aussagen was man weiss, Facts, Facts, Facts!
· Informationen nicht «abreissen» lassen
· neue (sich ergebende) Facts sofort offen kommunzieren
· klar, wahr, sachlich und speziell glaubwürdig informieren
· Personen bestimmen die informieren (Medientauglichkeit!)
· Menschlich bleiben «zuerst der Mensch dann das
Material»
· beachten, dass Krisen Emotionen wecken (können)
· Auch hier gilt: Kommunikation ist Chefsache
Was ist in
jedem Fall zu unterlassen
· Unkoordinierte
Information/en Facts usw.
· unklare Äusserungen
· zu viele Personen informieren
· «no comment»-Verhalten
· Widersprüche, gegenteilige Aussagen
· vage Antworten, nicht bestätigte Facts
· Vermutungen, Ansichten, Interpretationen
· voreilige Schuldzuweisungen («Schwarzer-Peter-Prinzip»)
· kein partnerschaftliches Verhalten zu den Medien
Fazit: Eine
Krise kann auch als Chance betrachtet werden
Wie oben aufgeführt
konnte die Swissair mit ihrer optimalen Krisen-Kommunikation
trotz allem Symphatie schaffen. Denn ob und in welchem Ausmass
Ereignisse von den Medien als Krisen «aufgebauscht»
werden, bestimmen diese leider oft selbst.
Dann gilt: «Nicht den Kopf einzuziehen, sondern sich der
Situation stellen». Unternehmer die das berücksichtigen
und offen und konstruktiv kommunizieren, können sich selbst
in Krisensituationen das Image bewahren und sich Respekt verschaffen.
«Krisen: Wann sie kommen
weiss man nie aber es lohnt sich darauf vorbereitet zu sein.
Agieren ist auch hier allemal besser als reagieren.»
Wir beraten Sie gerne: E-Mail genügt.
© Ueli Wolfensberger, August
2006
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