www.werbewolf.ch....MÄRZ-NEWS 2007
Gender Marketing.
Alter Wein in neuen Schläuchen oder ein sinnvolles neues
Marketinginstrument
Speziell seit dem ersten internationalen
Gender-Marketingkongress 2006 wird dieses Konzept immer bekannter
und in den USA und in skandinavischen Ländern bereits erfolgreich
umgesetzt. Grundsätzlich geht es darum, die unterschiedlichen
Bedürfnisse von Männern und Frauen in Entwicklung, Vertrieb,
Preisbildung und Kommunikation von Produkten und Dienstleistungen
einzubeziehen.
Kurz-DefinItion:
Frauenmarkerting und Männermarketing
= Gender Marketing
Aber: Sind Männlein und Weiblein wirklich so verschieden? War es nicht schon immer klar, dass man Frauen und Männer je nach Produkt usw. verschieden ansprechen sollte und muss. Nur allzu klar, dass SIE sich für Kosmetik interessiert und ER für technische Produkte. SIE will wissen was sie mit einem Gerät machen kann, ER will alle technischen Details und Finessen kennen.
Wie könnte sich das nun konkret
bezüglich einem Produktangebot auswirken? Unter diesem Aspekt
wird schon geprüft ob man nicht Autos für SIE und IHN
herstellen soll. Dabei spielt nicht Primär die Farbe und
Grösse des Wagens eine Rolle sondern die jeweils auf
die Zielperson ausgerichtete Ausstattung und veränderbare
Innenmasse. Ein Lippen-Pommadenstift hat heute schon für
SIE eine andere Verpackung als für IHN. Das nur als Beispiel
aus der Praxis.
Unterschiede
im Alltag
«Genderspezifische
Unterschiede» und Möglichkeiten zeigen sich genug im
täglichen Leben. In der Lebensgestaltung, Wünschen,
Bedürfnissen, Fähigkeiten. Im Umgang mit technischen
Produkten aber auch mit Alltagsgütern, im Kommunikations-
und Kaufverhalten. Hier kommt überall das Gender Marketing
voll zum Zug indem diese Faktoren die Ansprüche von Frauen
und Männern - sei es als Nutzer oder Käufer - berücksichtigt.
Wer entscheidet
beim Kauf
Die Praxis zeigt es heute
klar: Frauen werden oftmals als Kundinnen zu wenig ernst genommen,
dabei entscheiden sie gemäss Studien über 80% der Haushaltausgaben.
Fakt genug um unter Umständen und je nach Branche, das Marketing-
und Werbekonzept zu überprüfen. Denn, wer hat oftmals
das letzte Wort beim Möbelkauf, beim Autokauf usw.? Das heisst:
Je besser und klarer ein Unternehmen seine Kunden anspricht und
kennt, um so erfolgreicher können die Marketingziele umgesetzt
werden.
Der kleine
Unterschied
Auch beim Gender Marketing
ist es nun aber nicht zwingend den Geschlechterbezug offen darzustellen
resp. zu kommunizieren. Doch sollte Bild und Text sowie die auszulösenden
Assoziationen dem Produkt, der Marke usw. angepasst werden. Dies
zeigt sich, nebenbei bemerkt, in der Praxis zum Beispiel daran
dass für Hautcrèmes nicht mehr zwingend junge Girls
werben, sondern Seniorinnen. Bei der Autowerbung Kinder gezeit
werben. Models auf dem Laufsteg nicht mehr zwingend «magersüchtig»
sein müssen. Demnach soll man Frauen auch aals solche ansprechen
und nicht als pubertierende Girls.
Im Gegensatz kann man Männer mit klaren Fakten, eher emotionslos
oder mit technischen Daten beeindrucken. ER will einen schnellen
Wagen mit vielen PS, neustes Modell. SIE Ablageflächen, einen
beleuchteten Spiegel, einfach einparken können, Platz für
die Beine haben usw. Oder: ER will eine schicke, moderne Küche
mit allen Schikanen. SIE will Platz, kurze Wege und denkt auch
an die Reinigung.
Aus der Praxis
für die Praxis
Man wusste es eigentlich
ja schon, doch Gender Marketing präzisiert und geht tiefer.
Daher sollte zum Beispiel ein Pool-Verkäufer in seinem Werbebrief
nicht nur mit technischen Daten und Fakten werben, sondern auch
emotionale Aspekte beleuchten, speziell wenn der Brief von IHR
und IHM gelesen wird. Bei einem Katalogversand kann es sich durchaus
lohnen den Begleitbrief dem Zielpublikum (ER, SIE oder beide)
anzupassen. Dies betrifft natürlich auch adaptierte Texte,
Titel usw. bei den einzelnen Produkten im Katalog. In einem Inserat
ist es nicht ganz einfach. Doch sollte bei Head-Line, Text und
Bild (je nach umworbenem Produkt) geprüft werden wer schlussendlich
die Botschaft lesen soll und über den Kauf entscheidet. Bei
wem das Interesse geweckt werden muss und wie eine Aktion (bestellen,
telefonieren usw.) erfolgreich(er) ausgelöst werden kann.
Aus unserer Erfahrung ist das nicht ganz einfach (aber positiv
lösbar), wenn zum Beispiel in einer Fachzeitschrift Männer
und Frauen zum Zielpublikum zählen.
Fazit (ob mit oder ohne Gender Marketing)
So viele unterschiedliche Meinungen und Vorurteile es auch über
männliche und weibliche Konsumenten gibt -eines ist klar:
Frauen und Männer unterscheiden sich grundsätzlich in
ihrem Verhalten, Denken und Entscheiden. Gespür und Erfahrung
sind daher speziell bei der Werbung - unabhängig von der
Betriebsgrösse - wichtig. SIE und ER unterscheiden sich aber
auch im gesellschaftlichen Rollenverständnis, bei Kaufentscheidungen
und Konsumwünschen. Marken und Produkte haben für IHN
und SIE einen unterschiedlichen Stellenwert.
Je besser also ein Unternehmen seine Kunden kennt und anspricht.
Je gezielter er dessen Bedürfnisse kennt, je besser er seine
Adressen selektioniert hat usw. um so erfolgreicher können
Marketing (wie eingangs beschrieben) und Werbeaktionen umgesetzt
werden - ob traditionell oder unter Berücksichtigung und
mit Hilfe der Erkenntnisse aus dem Gender Marketing.
© Ueli Wolfensberger 2/07
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