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Kulanzverhalten und Kulanzkosten werden zu immer wichtigeren Wettbwerbs- und Kostenfaktoren.
Zusammenfassung.
In diesem Zusammenhang lassen wir jene Kunden weg die aus Kulanzgründen,
ob berechtigt oder nicht, immer grössere Forderungen stellen.
Aber so oder so: Kulanzverhalten und Kulanzkosten werden zukünftig
zu immer bedeutenderen Wettbewerbs- und auch Kostenfaktoren im
Unternehmen. Ihnen wurde bisher oft nicht die notwendige Aufmerksamkeit
gewidmet. Oftmals werden sie noch nicht einmal ausreichend systematisch
untersucht. Je nach Betriebsstruktur ist das Erarbeiten einer
einheitlichen Kulanzstrategie wichtig. Oftmals wird sie zur Verbesserung
gleich verbunden mit einem internen und externen Benchmarking
.
Zu einem oft
entscheidenden Wettbewerbsfaktor
für Industrie und
Handelsunternehmen zählt auch die Kundenorientierung. Eine
relevante Bedeutung kommt dabei der Qualität der Beziehung
des Unternehmens zu seinen Kunden beim Neu- und Servicegeschäft
zu. Sie bestimmt den Grad der Kundenzufriedenheit! Zunehmend wird
dabei die unbürokratische Reaktion, bzw. zeitliche und kostenmässige
Leistung durch ein Unternehmen, ein wichtiges Kriterium. Und dies
oftmals auch ausserhalb der gesetzlich bzw. vertraglich geltenden
Garantiefristen. Wichtig: Dieses Kulanzverhalten ist eine freiwillige
Leistung. Die dabei entstehenden Kosten werden darum oftmals anteilig
vom Kunden und Lieferanten oder Hersteller getragen.
Durchgeführte
Untersuchungen zeigen,
dass es noch sehr grosse
Unterschiede im Kulanzverhalten zwischen Unternehmen, aber auch
innerhalb von Unternehmen bestehen. Kulanzverhalten gegenüber
dem Kunden verursacht natürlich auch Kosten für das
Unternehmen, die in einer angemessenen Relation zum Umsatz und
Ergebnis stehen müssen und oft ein nicht unerheblicher Kostenfaktor
sind.
Entwicklung
einer einheitlichen Kulanzstrategie im Unternehmen.
Damit Kunden zufriedengestellt
werden können, die Kosten aber dennoch nicht aus dem Ruder
laufen ist es für Unternehmen zwingend erforderlich, eine
definierte, umfassende und einheitlich anzuwendende Kulanzstrategie
zu erarbeiten und einzuhalten. Nicht zuletzt damit alle Kunden
von allen internen und externen Stellen gleich behandelt werden
können. Wobei die Kulanzstrategien, je nach Betriebsgrösse,
optimalerweise zu gliedern sind. Zum Beispiel in: Produktegruppen,
Branchen, Kundengruppen, nach Regionen, Ort usw.
Im Vordergrund der Strategieerarbeitung
steht dabei das Kosten-/Nutzenverhältnisverhältnis bei
Kulanzentscheidungen. Analog sollten daher Kulanzkosten
eindeutig definiert und abgegrenzt sein. Nach den unterschiedlichen
Kulanzleistungen, den Kundengruppen sowie Vertriebswegen, den
durchzuführenden Kulanzprozessen und den verschiedenen Produktgruppen
im Unternehmen usw. Dabei sind die absoluten Kostenelemente und
Relationskennzahlen zwischen Kulanzkosten und Umsatz-/Ergebnisbezugsgrössen
festzulegen. Diese Relationskennzahlen dienen zur wirtschaftlichen
Bewertung der Qualität des Kulanzverhaltens und der Kulanzprozesse
im Unternehmen.
Ausgehend davon ist eine durchgängige Kulanzkostenplanung
und -abrechnung unter Verantwortung des Vertriebsbereiches
einzuführen bzw. zu qualifizieren. Dies auch unter Einbezug
von Lieferanten. Wichtig für die interne Schulung, Kommunikation,
Service usw. ist auch eine organisatorische Regelung zu erarbeiten
und klar zu dokumentieren.
Benchmarking*
zu Kulanzverhalten und - kosten
sind in vielen Unternehmen nur geringe Erfahrungen zu einem systematischen
Kulanzverhalten und zu wirtschaftlichen Kulanzkosten vorhanden.
Aus diesem Grund bietet es sich an, ein internes und externes
Benchmarking zu Kulanzverhalten und Kulanzkosten durchzuführen.
Internes Benchmarking organisiert den Vergleich zwischen Marktregionen,
Niederlassungen, Produktgruppen und Vertriebswegen/Kundengruppen.
Externes Benchmarking soll einen Vergleich mit anderen geeigneten
Unternehmen ermöglichen. Besonders wichtig sind dabei in
der Analysephase das Festlegen der Benchmarking-Objekte und Partner,
da durch ihre richtige und exakte Auswahl die Qualität der
Benchmarking-Ergebnisse entscheidend beeinflusst wird.
(Quelle: P+P 2004)
*Benchmarking ist ein Analyse- und Planungsinstrument, das einen Vergleich des eigenen Unternehmens mit dem "Klassenbesten" der Mitbewerber und darüber hinaus auch Vergleiche mit branchenfremden (best practice) Unternehmen erlaubt. Es ist somit ein Prozess, der Produkte, Methoden, Abläufe und Strukturen betrieblicher Funktionen einem oder mehreren anderen Unternehmen gegenüberstellt, um Rationalisierungspotenziale oder Qualitäts- und Leistungssteigerungspotential aufzudecken.
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