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Marken werden häufig
als völlig austauschbar wahrgenommen.
Die Mehrheit der Marken in Deutschland
kämpft mit einem unklaren Profil um die Gunst der Konsumenten,
so lautet ein zentrales Ergebnis der neuen Brand-Parity-Studie
von BBDO Consulting. Viele Branchen setzen lieber auf Me-too-Konzepte,
anstatt systematisch das Potential der eigenen Marken zu erschliessen.
Mit der Konsequenz, dass die Markenwerte nachhaltig vernichtet
werden.
Eine Entwicklung, die auch im Schweizer Markt zu beobachten ist.
Vor allem die Energieanbieter
weisen trotz hoher Werbespendings
mit 80 Prozent die höchste Markengleichheit auf. Auf gleichem
Niveau liegen Papiertücher
und Benzin.
Die Automobilhersteller
hingegen werden mit 29 Prozent
von den befragten Verbrauchern am differenziertesten angesehen.
Die repräsentative Studie, bei der rund 2000 Frauen und Männer befragt wurden, zeigt vor allem, dass das Wertschöpfungspotential in vielen Branchen noch unerschlossen ist und damit der Preis zwangsläufig zum Kaufentscheidungsfaktor Nummer 1 zu werden droht.
Die durchschnittliche
Markengleichheit beträgt 62 Prozent. (!!)
Das bedeutet, dass fast zwei
Drittel der Konsumenten keine wesentlichen Unterschiede zwischen
Marken erkennen können.
Von den 41 abgefragten Branchen (siehe Details unten) beziehungsweise
Produktkategorien weisen die Energieversorger über alle Kategorien
hinweg die höchste Austauschbarkeit auf. Zwar haben die hohen
Werbespendings der Branche durchaus zu einer Steigerung der Markenbekanntheit
geführt, nicht aber zu einem differenzierten Profil unter
den Anbietern.
Eine ebenso hohe Markengleichheit von 80 Prozent trifft die Kategorien
Papiertücher
und Benzin, dicht gefolgt
von Seifen,
Cola-Getränken (beide
76 Prozent), Duschbädern
und Orangensäften (je
74 Prozent) und TV-Zeitschriften und Vollwaschmitteln mit je 73
Prozent.
29% Markengleichheit bei Automobilherstellern. Auch wenn die Automobilproduzenten offenbar über ein differenzierendes Markenimage verfügen, ist der derzeitige Rabattkrieg unverständlich, droht er doch in einem Segment mit klaren Markenbildern den Preis zum neuen Kaufentscheidungskriterium zu machen.
66 % Verbrauchsgütermarken (Papiertücher, Benzin, Seife, Cola-Getränke etc.) weisen mit durchschnittlich 66 Prozent die höchste wahrgenommene Markengleichheit auf. Knapp gefolgt von den Dienstleistern (Energieversorgern, Telefongesellschaften, Banken, Kreditkartenanbietern, Versicherungen etc.), deren durchschnittliche Markengleichheit bei 62 Prozent liegt.
52% bei den Gebrauchsgütern (Fernseher, Audio-Videogeräte, Foto-Optik, Mobilfunkgeräte, PCs etc.) nehmen die Verbraucher eine Markengleichheit in Höhe von 52 Prozent wahr. Erstaunlich ist dabei, dass Geräte mit längerer Nutzungsdauer und höherem Kaufrisiko wie TV, Audio-Video und Foto-Optik eine höhere Austauschbarkeit erzielen als etwa die schnell drehenden Verbrauchsgüter Haustiernahrung, Zigaretten und Shampoo (geringes Kaufrisiko).
Darüber hinaus ist festzustellen, dass ganze Produktkategorien wie beispielsweise Waschmittel oder Energie trotz hoher Mediaspendings eine hohe Austauschbarkeit vorweisen. Trotz grosser Markenbekanntheit können diese Produkte kein klar differenziertes Markenbild aufbauen. Ein Grossteil der Werbespendings wird somit ineffizient eingesetzt. Selbst Produktgruppen mit sogenannten starken Marken wie Cola-Getränke haben eine hohe Austauschbarkeit (76 Prozent).
Ergebnisse in einzelnen
Branchen
Benzin:
Hier herrscht eine grosse
Markengleichheit in Höhe von 80 Prozent. Die Branchenentwicklung
ist durch zahlreiche Markenfusionen und Brandingaktivitäten
gekennzeichnet, so dass sich kein klares Markenbild bei den Verbrauchern
aufbauen konnte.
Bier: 61 Prozent -- also weit mehr als die Hälfte
-- der Verbraucher halten Biermarken für austauschbar. Und
das in einer nach wie vor spendingstarken Kategorie.
TV-Sender: Die TV-Sender unterscheiden sich in den
Augen der Zuschauer kaum noch. 57 Prozent halten TV-Sender für
völlig austauschbar und können keine spezifischen Programm-Marken
zuordnen. Die TV-Sender müssen also nach neuen Wegen suchen,
sich vom Wettbewerb zu differenzieren.
Handelsketten: Beim Handel herrscht eine dramatische
Markengleichheit von 67 Prozent. Sicher kein Zufall, fehlt es
doch den Anbietern bislang an einer segmentspezifischen Ansprache,
die die Konsumenten an die Marke heranführt.
Telefongesellschaften/Online-Anbieter: 70 Prozent Markengleichheit weisen Telefongesellschaften
auf. Online-Anbieter, die über ein vergleichbares Leistungsportfolio
wie Telefongesellschaften verfügen und ähnlich lange
am Markt auftreten, zeigen nur eine Markengleichheit von 55 Prozent.
Für Telefongesellschaften besteht also die Chance darin,
bislang ungenutztes Markenpotential deutlicher auszuschöpfen.
Airlines:
Mit 51 Prozent wahrgenommener
Markengleichheit zeigen die Airlines den besten Wert der Studie
im Dienstleistungssektor. Vermutlich haben die in den letzten
Jahren hinzugekommenen Billig-Carrier für eine Differenzierung
in der Branche gesorgt.
Ergebnisse in Zielgruppen
Stark altersgruppenspezifische Unterschiede zeigen sich bei zielgruppenorientierten
Kategorien wie Mobilfunkgeräten, PCs sowie Produkten aus
dem Audio- und Videosektor. Ein Problem haben vor allem die Mobilfunkanbieter,
denn besonders die begehrte Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen
sieht hier wenig Differenzierung. Die Bekleidungs-, Parfüm-
und Süsswarenmarken hingegen zeigen bei den jungen Konsumenten
eine deutlichere Differenzierung als bei älteren Verbrauchern.
Fazit und Interpretation
für den Schweizer Markt
Die Ergebnisse zeigen, dass ein populäres Werbekonzept, das
auf Zeitgeist und branchentypische Argumente abzielt, nicht ausreicht,
um eine differenzierende Markenpositionierung zu erreichen, die
dann zu einer dauerhaften Markenpräferenz führt. Viele
Branchen setzen lieber auf Me-too-Konzepte, anstatt systematisch
das Potential der eigenen Marken zu erschliessen.
"Das Markenmanagement trägt
in der Regel selbst die Verantwortung für die Austauschbarkeit
von Marken. Das enorme Wertschöpfungspotential von Marken
wird nicht hinreichend ausgeschöpft. Statt nachhaltige, differenzierende
Positionierungen aufzubauen, lassen sich immer mehr Branchen auf
einen Preiswettbewerb ein, durch den der Preis zum alleinigen
Kaufentscheidungskriterium wird. So werden jedoch Markenwerte
nachhaltig vernichtet. Eine Entwicklung, die auch im Schweizer
Markt zu beobachten ist", kommentiert Dr. Sandro C. Principe,
Managing Partner bei BBDO Consulting Zürich, die Ergebnisse.
Ein weiterer Knackpunkt, um eine höhere Markendifferenzierung
zu erreichen, so Principe weiter, sei die mangelnde Konsequenz
bei der Umsetzung ganzheitlicher Konzepte. "Marken müssen
an allen Interaktionspunkten mit ihrer Zielgruppe konsistent und
glaubwürdig erlebbar sein. Eine gute Kampagne ersetzt keinen
Markenauftritt."
Besonders die Schweizer
Bankenindustrie kann von dem
Resultat lernen, gibt es derzeit doch einen starken Re-Positionierungs-Trend
bei Branding-Strategien. Sich differenziert und glaubwürdig
zu positionieren, kann für die Schweizer Finanzindustrie
zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.
Darüber hinaus müssen sich die Energieanbieter im Hinblick auf den Liberalisierungsprozess auf
dem Schweizer Markt besonders darüber Gedanken machen, wie
sie ihr Markenpotential deutlich profilieren. Nur mit einer klaren
Positionierung können sie nachhaltige Anknüpfungspunkte
für ihre
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