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Auf dieser Seite:
1. Definition Slogan / Claim
2. Slogan Trend: Geht's noch kürzer?
3. Englischsprachige Slogans werden oft falsch verstanden
4. Neuer Slogan der UBS für erste globale Weltkampagne
1. Was ist ein Slogan?
Werbeslogans sind die Essenz der Markenstrategie: Sie vermitteln
in komprimierter Form die Werte und den Anspruch einer Marke bzw.
eines Produkts und sind so grundlegender Teil des langfristigen
Imageaufbaus. Oft sind sie derart originell, dass sie auch losgelöst
vom Produkt im Gedächtnis bleiben und zu "geflügelten
Worten" der Alltagssprache werden. Vom einfachen "Alles
ist super" (Aral) über ein auffallend kurzes "Klingelt's?"
(E-plus) bis zum aussergewöhnlichen "Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola"
(Afri-Cola) lässt sich alles als Slogan bezeichnen, was als
prägnante Kernaussage wiederholt in Verbindung mit einer
Marke kommuniziert wird.
Sind Headlines
auch Slogans?
Im Allgemeinen nicht. Eine Headline ist meist nur eine kurzfristig
eingesetzte Aussage innerhalb eines einzelnen Werbemotivs oder
der Titel einer Anzeige.
Der Slogan dagegen ist die über einen längeren Zeitraum
in sämtlichen Werbemotiven immer wiederkehrende Aussage,
die häufig klein als Abschlusszeile direkt beim Markenlogo
steht.
Woher stammt
das Wort "Slogan"?
Ursprünglich stammt das Wort aus dem Gälischen. Hier
setzt es sich zusammen aus "slaugh" (Schlacht) und "ghairm"
(Ruf). Kombiniert zu "slaugh-ghairm" bedeutet es direkt
übersetzt "Schlachtruf", "Kriegsgeschrei"
oder "Schlagwort". Im 20. Jahrhundert wurde das Wort
schliesslich aus dem Englischen in unseren deutschen Wortschatz
übernommen. Auch heute lassen uns Schöpfungen wie "Geiz
ist geil" oder "Just do it" die schlagkräftige
Wirkung guter Slogans spüren - und ihre Macht als treibende
Kraft im Kampf um Marktanteile.
Slogan oder
Claim?
Neben dem Wort "Slogan" wird in der Branche häufig
auch der Begriff "Claim" zur Bezeichnung einer Werbeaussage
eingesetzt. Im Allgemeinen haben beide Begriffe die gleiche Bedeutung,
in Einzelfällen werden sie auch leicht unterschiedlich ausgelegt.
Als Claim ist, streng genommen, vor allem der innere "Anspruch"
einer Marke zu sehen, das Grundversprechen, der kompakt formulierte
Produktvorteil. Dieser kann, muss aber nicht, mit der später
veröffentlichten Werbeaussage identisch sein.
Der Slogan ist hierzu quasi ein Überbegriff und steht
allgemein für die emotional oder rational betonte Aussage,
die langfristig unverändert mit einer Marke kommuniziert
wird. Das flapsige "Clausthaler - Nicht immer, aber immer
öfter" ist z.B. ein sehr prägnanter Slogan,
auch wenn er den Produktvorteil nicht konkret beschreibt. "Clausthaler
- Alles was ein Bier braucht" ist dagegen ein konkreter rationaler
Slogan und, im Sinne dieser Theorie, auch Claim der Marke.
Diese Abgrenzung wird jedoch in Fachkreisen oft diskutiert und
von den meisten Agenturen der Einfachheit halber ignoriert. Zitat
Holger Jung und Jean-Remy von Matt in "Momentum": "Das
Volk bestimmt, was zum Slogan wird".
Nebenbei: Ob ein Logo, ein Slogan oder eine Form als Marke anerkannt wird, entscheidet in der Schweiz das Institut für Geistiges Eigentum.
Sind Slogans wichtig - Swissness
liegt im Trend!
Für beinahe die Hälfte der Konsumenten sind Sloagns
von Bedeutung. In der Praxis setzt besonders die Lebensmittel-Industrie
auf diese Karte. "Beginnen Sie den Tag mit einem Becher Schweiz"
(Möven-Pick Joghurt). "Mehr Schweiz im Geschmack"
(Emmentaler Switzerland). "Natürlich aus der Schweiz"
(Ricola). "Die einzige Milchmarke mit dem Reiz der Schweiz"
(Emmi).
2. Slogan-Trend: Geht's noch kürzer?
Man könnte meinen, der allgemeine Spartrend sei nun auch
in die Etagen der Werbetexter vorgedrungen.
Mit aktuellen Slogans wie "Darum Dell", "Besser
Karstadt" oder "Hmmm... Maggi" scheinen sich die
Markenmacher gegenseitig in der Kürze ihrer werblichen Aussagen
unterbieten zu wollen.
Ob "Enjoy Aiwa" oder ein einfaches "Klingelt's?" für E-plus - der Trend zum "One-Word-Wonder" ist unübersehbar. Genau betrachtet bestehen diese Claims auch nur noch aus einem einzigen Wort, das zur Marke hinzu gefügt wird und die Markenaussage so komprimiert auf den Punkt bringt.
Doch genügt heute wirklich ein "Play", um die Zielgruppe sofort an die Marke Nike denken zu lassen? Führt uns Werber dieser Trend langfristig in die gänzliche Wortlosigkeit? Auf alle Fälle steht ein einzelnes Wort für Kraft und Understatement. Mehr "hat man nicht mehr nötig" und für mehr ist heute wohl auch keine Zeit mehr.
Reduktion ist sicher einer der Megatrends dieses Jahres, im Konsum, in der Einrichtung, bei der Farbe des Automobils - und ab sofort auch in der Sprache? Hoffentlich nicht. Aber ein Wort sagt ja bekanntlich mehr als tausend Bilder.
3. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie werden englischsprachige Slogans in Deutschland häufig nur schlecht bzw. falsch verstanden.
Es stellt sich daher die Frage,
ob deutsche Übersetzungen der jeweiligen Slogans die schnelle
Lösung des Problems darstellen. So leicht macht es die Psychologie
dem Marketing aber nicht.
Genauer betrachtet gibt es hier unterschiedlichste Aspekte, die
je nach Marke und Zielgruppe im Einzelfall zu berücksichtigen
sind und somit eine allgemeingültige Entscheidung für
"Englisch oder Deutsch" unmöglich machen. Hierzu
einzelne Beispiele und Erläuterungen als Entscheidungshilfe:
Nike: "Play."
Der kürzlich weltweit eingeführte Slogan des Sportartikel-Herstellers
bringt sein Markenimage mit einem einzigen Wort auf den Punkt.
"Play" soll weltweit alle Sportbegeisterten vereinen
und zu "Sport mit Fun" animieren. Die englische Sprache
lässt uns Deutsche hier mit Teil haben am internationalen
Profi-Sport. Ein deutscher Slogan würde dagegen sicher nicht
so leicht das anerkannte "Profi-Image" aufbauen können.
Audi: "Vorsprung durch
Technik."
Der bekannte Slogan wird seit Jahren nicht nur in Deutschland,
sondern auch in englischsprachigen Ländern in seiner deutschen
Urform eingesetzt. Gerade im technischen Bereich wird hierdurch
auch im Ausland die Qualität der "Deutschen Wertarbeit"
betont. Bis heute genießt der Slogan weltweit große
Beliebtheit. Eine landessprachliche Übersetzung würde
hier dem gezielten Qualitätsmerkmal "Deutsch" entgegen
wirken.
Siemens: "Be inspired."
Seit dem Jahr 2000 ersetzt der englischsprachige Slogan das bis
dahin verwendete "Wir gehören zur Familie" als
Imageaussage des Technologiekonzerns. Im Gegensatz zu Audi ging
Siemens also den entgegengesetzten Weg und verabschiedete sich
vom Image des "guten deutschen Unternehmens" zu Gunsten
der souveränen und internationalen Innovation. Gerade in
Anbetracht der für Siemens immer wichtiger gewordenen jungen
Handy-Zielgruppe macht dieser Wechsel auch Sinn - ein Teenie hätte
heute sicher keinen Spaß an einem Handy, das "zur Familie
gehört". Ein solcher Schritt ist natürlich, abgesehen
vom erzielten Imagewechsel, immer auch vom finanziellen Standpunkt
aus zu sehen. Ein internationaler Slogan ermöglicht in vielen
Ländern die unveränderte Schaltung der entwickelten
Kampagne und spart so die nicht unerheblichen Kosten der sonst
üblichen sprachlichen Adaptionen ein.
McDonald's: "Ich liebe
es."
Die direkte Übersetzung des globalen Markenslogans "I'm
lovin' it" ist in Fachkreisen umstritten. Die Übersetzung
soll dem Deutschen mehr "unter die Haut gehen", da er
mit dem Wort "Liebe" im Gegensatz zum Wort "Love"
direkt ein Gefühl verbindet. Nachteil dieser direkten Übersetzung
ist allerdings, dass "Ich liebe es" in dieser Form kein
üblicher deutscher Sprachgebrauch ist: der Satz wirkt für
uns als Deutsche leicht verkrampft und "übersetzt".
Gerade im Bereich des American Fastfood ist man seit Jahren amerikanische
"coole Sprüche" gewohnt, die einem das Gefühl
geben, mit der Marke auch ein Stück Amerika zu kaufen. Insofern
würde hier das coole "I'm lovin' it" sicher auch
in Deutschland deutlich spannender wirken. Da das Image der amerikanischen
Esskultur jedoch in der letzten Zeit stark in Verruf geraten ist
und McDonald's zusätzlich von seinem Image als "Kinder-Restaurant"
Abstand nehmen möchte, ist diese deutsche, erwachsener wirkende
Übersetzung des Slogans sicher Teil der langfristig durchdachten
Marketingstrategie.
Die Entscheidung für einen deutschen oder fremdsprachigen
Slogan hat somit immer eine direkte Auswirkung auf das Markenimage
und ist als ein nicht zu unterschätzender Faktor des Markenaufbaus
anzusehen.
(siehe auch unter Seite 9 Anglizismen )
4. Aus der Praxis:
Der Slogan «Sie und UBS» steht im Zentrum der ersten
globalen Werbekampagne seit Einführung der einheitlichen
Marke UBS.
Der ersten Welle, die bis Juni dauert, folgt eine zweite im September,
die bis Dezember anhalten wird. Aus Sicht von Brand Management
besteht das Ziel von "You and us" darin, den Bekanntheitsgrad
der UBS-Marke zu steigern - bei unseren Zielkundensegmenten auf
der ganzen Welt und insbesondere in den USA. Die Inserate und
Spots sollen dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit mit
UBS vertraut gemacht wird und diesen Namen mit einem bedeutenden
Finanzdienstleister in Verbindung bringt. Gleichzeitig sollen
darin die Werte zum Ausdruck kommen, für die das Unternehmen
steht. Das Ziel besteht im Endeffekt darin, UBS als starke, allgemein
bekannte globale Marke zu etablieren.
Der Slogan soll von UBS mehrere Jahre genutzt werden können. Er lässt sich gut auf alle Märkte und Kundensegmente sowie auf andere Inhalte übertragen. "Die Unternehmensgruppen können ihn für ihre spezifischen Werbebedürfnisse verwenden, meint Eggli. "Aber ich sehe "You and us" auch im Zusammenhang mit dem Event-Sponsoring beispielsweise, wo der Slogan Gefühle hervorruft, die Kunden und UBS bei einem Konzert oder einer Regatta beim America's Cup miteinander teilen. Der Slogan kann ausserdem in der HR-Kommunikation mit bestehenden oder potenziellen Mitarbeitern eingesetzt werden."
Brand Management ist zusammen mit den Marketing-Teams der verschiedenen Unternehmensgruppen dafür verantwortlich, die Botschaft der Kampagne noch weiter zu verstärken, sagt Eggli. In den USA lancierte Wealth Management USA bereits eine interne, auf "You and us" basierende Kampagne. "Das Ziel der Kampagne ist, unseren Kunden den vierstufigen Beratungsprozess - und damit "You and us" - näher zu bringen", sagt Nadine Genet, Director of Marketing und Regional Coordinator for the Americas bei Wealth Management USA. "Zu diesem Zweck motivieren wir unsere Finanzberater, unsere neuen Werbetools zu benutzen. Jene Filialen, die einen bestimmten Durchdringungsgrad erreicht haben, werden mit einem Beitrag zugunsten einer wohltätigen Organisation in ihrem Umfeld belohnt. Damit gehen wir mit unserem Konzept "You and us" noch einen Schritt weiter."
Quelle: UBS-Homepage > Wir
über uns > «Sie und UBS» > Konzept der
Kampagne
Details zur Kampagne, Hintergründe und Facts: http://www.ubs.com/1/g/about/brand/concept.html
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