www.werbewolf.ch.FEBRUAR-NEWS 2005![]()
Haben Sie das auch schon
festgestellt:
Viele Internet-Auftritte sind aufgebaut wie eine Firmenbroschüre.
Doch: Niemand will eine Online-Broschüre - viele Web-Projekte
führen aber genau dahin.
Es herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass ein Webauftritt nicht darin bestehen sollte, dass man einfach seine Firmen-Broschüre ins Internet stellt. Das Web ist ein eigenständiges Medium mit seinen ganz spezifischen Eigenschaften, die weit von der Print-Welt abweichen: Sowohl in Fragen des Designs (auf jedem System sieht die Website leicht anders aus), als auch im Webmarketing (denken Sie beispielsweise an Spam, welches offline unter dem Namen Direktmarketing ganz legitim ist).
10 Punkte helfen
Ihnen Fehler zu erkennen.
Web ist nicht Print. Print ist nicht Web. Der mediengerechte Einsatz
der Mittel entscheidet im Internet darüber, ob die Investition
sich lohnt oder ganz abgeschrieben werden muss. Folgende zehn
Kriterien können Ihnen helfen, Fehler zu erkennen oder sich
anbahnende Fehlentwicklungen rechtzeitig zu korrigieren:
1. Die Splash-Page
Sie
ist ein direkter Abkömmling
aus der Print-Welt: Broschüren haben eine visuell attraktive
Titelseite, die noch keine Informationen enthält. Diese folgen
erst, wenn man weiterblättert (die Broschüre öffnet).
Dieses Prinzip hat sich offline so sehr bewährt, dass es
vielfach unbesehen ins Web transportiert wird. In den meisten
Fällen wird dabei völlig ausser Acht gelassen, dass:
(a) Die Suchdienste bei einer Splash-Page nichts Sinnvolles zu
indexieren haben
(b) Ihre Besucher weniger schnell zum Ziel finden
(c) Eine Website im Gegensatz zu einer Broschüre oder einem
Ladengeschäft von jeder Seite aus betreten werden kann, nicht
nur durch den Eingang.
2. Fernwirkung
entfällt.
Grosse Bilder und wenig
Inhalte weisen meist ebenfalls auf eine zu direkte Übertragung
von Offline-Prinzipien auf Online-Realitäten hin. Text hat
im Web eine ungleich grössere Bedeutung, es ist der Stoff,
aus dem das Netz geknüpft ist. Websites brauchen auch keine
Fernwirkung wie eine Broschüre, die einladend auf dem Tisch
liegt. Und grosse Bilder brauchen zu lange um zu laden.
3. Bildgrösse
Grosse Bilder schieben
auch wichtige Inhalte unterhalb des Browserfensters, wo sie dann
zuwenig wahrgenommen werden. Bei einer Website ist der erste Bildschirminhalt,
also die Fläche, welche ohne Scrollen sichtbar ist, sehr
wertvoll. Webdesigner, die etwas vom Fach verstehen, gehen mit
diesem Platz sehr sorgfältig um und bringen dort all das
unter, was zuerst wahrgenommen werden soll.
4. Branding
ist nicht zwingend
Dass ein gutes Branding
wichtig ist, ist uns seit der Erfolgsgeschichte von Coca-Cola
ins Blut übergegangen. Doch im Web ist auch hier alles etwas
anders: Das Prinzip, dass man am Getränkeautomaten das kauft,
was man vorher unfreiwillig überall in Form von Plakaten
und Anzeigen vorgesetzt bekommt, funktioniert nicht - denn niemand
schaut eine Website unfreiwillig an. Website-Benutzer sind freier
in der Wahl der Inhalte, und so sind es die Inhalte, die unbedingt
stimmen müssen. Web-Erfolge gelingen mitunter sogar ohne
Logos und wohlklingende Namen-Kreationen.
5. Web-Texte.
Man hat sich daran gewöhnt,
bei Broschüren zwischen den Zeilen zu lesen, um den Übertreibungen
der angewendeten Sprache zu entgehen. Doch auf Websites hat Happytalk
nichts verloren. Erfolgreiche Web-Texte weisen eine hohe Informationsdichte
auf und kommen schnell auf den Punkt. Sie nehmen den Standpunkt
des Users ein und begeben sich auf seine Augenhöhe.
6. Browserfenster
richtig nutzen.
Viele Websites kleben
starr am linken Rand. Nichts passt sich der Grösse des Browserfensters
an. Da das Medium Web bessere Möglichkeiten der Raumnutzung
bietet, werden so unter Umständen wertvolle Chancen verpasst.
Doch "wahre'"Print-Websites haben auch gegen unten einen
festen Rand. Da sie die festgefügte Grafik der Broschüre
wiedergeben müssen, weisen sie einen zweiten Scrollbalken
auf, damit der Text, welcher nicht auf die starre Seite passt,
dennoch in seiner ganzen Länge gelesen werden kann. Solche
Seiten nutzen den auf dem Bildschirm verfügbaren Platz doppelt
schlecht und werfen zudem noch erhebliche Usability- und Unterhaltsprobleme
auf.
7. Zu kleine
Schrift
Viele Grafik-Designer
arbeiten mit grossen Bildschirmen und bevorzugen Schriftgrössen
im 9-Punkt-Bereich. Solche Texte sind vor allem von potentiellen
Kunden ab Alter 45 nicht mehr gut lesbar, und das nicht nur auf
kleinen Notebook-Screens. Schlecht lesbare Texte wirken weniger
überzeugend, was sich direkt im unternehmerischen Nutzen
dieser Website niederschlagen wird.
8. Web-Schrifttypen
Ein Browser kann grundsätzlich jede auf dem System verfügbare
Schrift darstellen. Dennoch muss sich eine Website auf diejenigen
Schriften beschränken, die voraussehbar auf allen Besucher-Systemen
vorhanden sind, und das sind recht wenige. Zu wenige, um Print-Broschüren
authentisch darzustellen, weshalb Print-Grafiker meist alle optisch
relevanten Texte als starre Bild-Grafiken einsetzen. Das verlängert
die Ladezeit der Seiten, macht die Website in den Suchdiensten
unauffindbar und vergrössert den Unterhaltsaufwand erheblich.
9. Struktur
und Führung
Print-Grafik arbeitet mit Leitlinien und optischen Bezugspunkten,
um eine Textseite zu strukturieren und dem Auge Führung zu
geben. Auf einer Website kollidieren diese Symbole und Zeichen
unweigerlich mit einem Element, welches es in Broschüren
nicht gibt, jedoch im Web die Hauptrolle spielt: Den Hyperlinks.
Eine solche Website führt ihre Besucher in die Irre, weil
überall klickbare Links vermutet werden. (Untersuchungen
zeigen, dass die Augen des Users eine Website immer nach den Links
'abscannen').
10. PDF-Format
Broschüren-Websites bringen viele wichtige Informationen
im PDF-Format. Das Portable Document Format ist jedoch nicht so
portabel, wie der Name verheissen soll: Nur 70 Prozent der User
verfügen über den Acrobat-Reader, den man zum Lesen
dieser Dateien braucht. Dazu kommt, dass diese Dateien um ein
Vielfaches grösser sind als eine vergleichbare Website, und
daher eine längere Downloadzeit beanspruchen. Usability-Probleme
kommen hinzu: In einem PDFDokument wird anders navigiert, und
der Browser erzeugt hierfür extra neue Menu-Elemente. Wer
dann etwa von Seite 13 auf Seite 12 zurück will und dazu
den Back-Button des Browsers betätigt, erlebt eine unangenehme
Überraschung: Das ganze Dokument wird geschlossen, und er
befindet sich wieder auf der Website.
Fazit:
Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen um sich werfen.
Jeder hat andere Ansichten und Meinungen. Doch zeigt es sich -
je länger je mehr: Klare, einfach strukturierte Seiten sind
beliebter als Flash-Animationen (mit oft langen Ladezeiten). Unklare
interne Links verführen zum "Aussteigen". Und zu
einer Zumutung wird es, wenn erst Programme oder Upgrades geladen
werden müssen, damit die Seite überhaupt angesehen werden
kann.
Beliebter sind Beispiele und nützliche Hilfen als Geschäfts-Philosophien
im Stil von: "Wir wollen für unsere Kunden ....."
, "unser Ziel ist es für unsere Partner ..."
... warum nicht die Besucher direkt ansprechen? Das Internet ist doch auch ein Dialog-Werbemittel - oder nicht?
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