www.werbewolf.ch...JANUAR-NEWS 2007
Worte des Jahres 2006
Deutschland: Fanmeile
Österreich: Penthouse-Sozialismus
Schweiz: Rauchverbot
In
Deutschland immer noch aktuell: Bruno der Bär!
Deklination von «Bär»
Bären können
einem schon leidtun, wenn sie einzeln daherkommen und gebeugt
werden. Wenn man «den Bär» jagt, «dem Bär»
eine Falle stellt oder gar das Fell «des Bärs»verteilt,
zieht man ihm nämlich die Fälle über die
Ohren. Denn der Tiername wird schwach dekliniert; bis auf den
Nominativ Singular müssen also alle Formen die Endung «-en»
haben. Korrekt heisst es beispielsweise: die Spur «des Bären»
sehen, «dem Bären» begegnen und «den Bären»
fangen. Auch im Plural heisst es immer «Bären»
- dieses Deklinationsschema gilt natürlich auch für
den Gummibären.
Elefanten, Polizisten, Patienten, Hirten und Helden sind, nebenbei bemerkt, nicht selten vom gleichen Schicksal betroffen: Obwohl diese maskulinen Substantive schwach gebeugt werden, besteht eine starke Neigung, sie der ihnen zustehenden Deklinationsendung «en» zu berauben. Doch lassen Sie sich keinen Bären aufbinden: Die starke Beugung ist auch hier nicht korrekt.
BRUNO
Besser hätte der Name für den Bären nicht gewählt
werden können, denn - nomen est omen - «Bruno»
verweist nicht nur auf die braune Farbe des Raubtiers, sondern
auch direkt auf den Bären. Bei dem männlichen Vornamen
handelt es sich nämlich um die latinisierte Form von «Brun».
Dieser alte deutsche Vorname geht auf das althochdeutsche Wort
«brun» (braun) zurück. Brun war Beiname des Gottes
Odin und fand als verhüllender Name für den Bären
Verwendung - vermutlich aus der Vorstellung heraus, das gefürchtete
Raubtier durch eine direkte Nennung zu reizen oder zum Erscheinen
zu veranlassen. Auch «Bernhard» wäre ein passender
Name für den Braunbären gewesen, geht dieser Vorname
doch auf die germanischen Wörter für «Bär»
und «hart, kräftig, stark» zurück. Eine
Koseform des Vornamens Bernhard ist «Petz»: «Meister
Petz» als Bezeichnung für den Bären ist uns aus
Fabeln und Märchen geläufig.
Übrigens
wäre Ursula ein passender Name für eine Bärin, ist dieser weibliche Vorname doch die
Verkleinerungsform des lateinischen Wortes «ursa»
(Bärin).
jmdm. einen Bären
aufbinden
«jmdm. mit heimlicher
Freude etwas Unwahres so erzählen, dass er es auch glaubt;
jmdm. etwas vormachen». Die Wendung - früher auch in
der Form «jmdm. einen Bären anbinden» gebräuchlich
- geht davon aus, dass es praktisch unmöglich ist, jmdm.
(ohne dass er es merkt) einen Bären an- oder aufzubinden.
da ist der Bär los/geht
der Bär ab
(ugs.): «da ist etwas los, herrscht Stimmung, kann man viel
erleben» Die Wendung bezieht sich wohl auf den Tanzbären
auf Jahrmärkten oder den Bären, der im Zirkus Kunststücke
vollbringt.
jmdm. einen Bärendienst
erweisen
(ugs.): «jmdm. einen
schlechten Dienst erweisen, jmdm. mehr schaden als nutzen»
Die Wendung geht von der Fabel «Der Bär und der Gartenliebhaber»
von La Fontaine aus. In dieser Fabel zerschmettert der Bär,
der dem Gärtner immer treue Dienste leistet, eine lästige
Fliege, die sich auf der Nasenspitze seines Herrn niedergelassen
hat, mit einem Stein. Zwar ist nun die Fliege tot, der Gärtner
aber auch.
auf der Bärenhaut
liegen:
(ugs.): «faulenzen»
Die Wendung beruht auf einer alten übertreibenden Ausschmückung
der Lebensgewohnheiten der alten Germanen, wie sie Tacitus in
seiner Germania (Kap. 15) schildert. Die Germanen hätten,
wenn sie nicht im Krieg oder auf der Jagd waren, faul auf Fellen
herumgelegen und den Frauen die Arbeit überlassen, vgl. das
Studentenlied: «Die alten Deutschen, die wohnten auf beiden
Seiten des Rheins, sie lagen auf Bärenhäuten und tranken
immer noch eins».
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