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Rubrik Duden: Zankapfel,
Kiste, man und frau, das Auge des Gesetzes
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Zankapfel
Unter einem Zankapfel, auch Erisapfel oder Apfel der Zwietracht
genannt, versteht man einen Gegenstand des Streites, Zankes. Der
Apfel wurde nach Eris, der Göttin der Zwietracht, benannt.
Nach der griechischen Sage warf die nicht zur Hochzeit der Thetis
mit Peleus geladene Göttin einen Apfel mit der Aufschrift
"«der Schönsten» unter die Hochzeitsgäste,
wodurch es zum Streit zwischen Hera, Athene und Aphrodite kam.
Paris erkannte ihn Aphrodite zu und beschwor so den Trojanischen
Krieg herauf.
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Kiste
Auch unter sprachlichen Gesichtspunkten können Kisten es
ganz schön in sich haben. Wer hat nicht schon einmal - vielleicht
insgeheim schmunzelnd - im Laden gehört, dass in besonders
gewählter Ausdrucksweise «eine Kiste trockenen Weins»
angeboten oder verlangt wurde? Der nach Mengen- und Massbezeichnungen
früher übliche Genitiv («trockenen Wein[e]s»)
wird heute meist als gehoben und gespreizt empfunden und nur noch
vereinzelt verwendet.
Im modernen Sprachgebrauch stehen singularische Substantive nach
Mengen- und Massangaben gewöhnlich im selben Fall wie die
Massangabe selbst.
Entsprechend heisst es:
«eine Kiste trockener Wein» (Nominativ),
«der Preis einer Kiste trockenen Wein[e]s» (Genitiv)
«mit einer Kiste trockenem Wein» (Dativ)
«für eine Kiste trockenen Wein» (Akkusativ).
Folgen auf «Kiste»
pluralische Substantive wie etwa «Äpfel»,
weisen sie im Nominativ, Genitiv oder Akkusativ fast immer
denselben Kasus wie «Kiste»auf, stehen also zu der
Massangabe in appositionellem Verhältnis:
«eine Kiste knackige Äpfel» (Nominativ)
«das Gewicht einer Kiste knackiger Äpfel»(Genitiv)
«zwei Kisten knackige Äpfel kaufen» (Akkusativ).
Im Dativ stehen pluralische Substantive nach «Kiste»
hingegen häufig im Genitiv (oder Nominativ). Geben Sie also
ruhig der Versuchung nach, «mit einer Kiste reifer (reife)
Äpfel» von dannen zu gehen.
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man und frau
Das undeklinierbare Indefinitpronomen
«man» ist vor dem Hintergrund der Diskussion um die
sprachliche Gleichstellung von Frauen und Männern in letzter
Zeit etwas in Verruf geraten. Viele halten es aufgrund seiner
etymologischen Nähe zum Substantiv "Mann" für
unangemessen. Entstanden ist die Neubildung "frau"*,
die allerdings keine geschlechtsneutrale Funktion gewinnen und
sich letztendlich nicht recht durchsetzen konnte. Verwendet wird
«frau» im Allgemeinen im Sinne von «die Frauen»,
sehr häufig hat das Wort einen ironischen oder scherzhaften
Unterton.
Wer das Problem umgehen möchte, kann auf eine Passivkonstruktion
oder eine unpersönliche Formulierung zurückgreifen,
also etwa:
«In der Adventszeit wirkt die Hektik des Weihnachtsrummels
häufig ansteckend.»
Je nach Kontext lässt sich statt «man» oft auch
das allumfassende «wir»einsetzen, also statt :
«Man sollte sich von der Hektik des Weihnachtsrummels nicht
anstecken lassen.»
«Wir sollten uns von der Hektik nicht anstecken lassen.»
* (frau nach Duden in diesem Fall
klein)
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Das Auge des Gesetzes
Mit diesem idiomatischen
Ausdruck bezeichnet man heute in scherzhaftem Sprachgebrauch die
Polizei. In Schillers «Lied von der Glocke» steht
die Redewendung in folgendem Textzusammenhang:
«Schwarz bedecket / Sich die Erde; / Doch den sichern Bürger
schrecket / Nicht die Nacht, / Die den Bösen grässlich
wecket; / Denn das Auge des Gesetzes wacht.»
Die Metapher vom Auge des Gesetzes ist als «Auge der (strafenden)
Gerechtigkeit» bei antiken Autoren wie dem römischen
Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus (um 300 bis um 395 n.
Chr.) und dem griechischen Tragiker Sophokles (um 496 bis um 406
v. Chr.) vorgeprägt.
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