www.werbewolf.ch...FEBRUAR-NEWS 2007
Sport, Spielpaarung,
Spielstand, Fiasko
Sport
Die grossen sportlichen
Bewegungen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts sind nicht denkbar
ohne die entscheidenden Einflüsse und Impulse, die von England
und den angelsächsischen Ländern, in jüngster Zeit
gerade auch von den USA ausgegangen sind und die für die
strukturelle Entwicklung des Sports als
Ausgleichs- und Leistungssport in den anderen Nationen massgebend
geworden sind.
Diese Situation
spiegelt sich wider in der Fülle von Fremdwörtern auf
dem Gebiet des Sports.
Diese wurden
und werden seit dem 19. Jahrhundert
aus dem Englischen und Amerikanischen ins Deutsche übernommen.
Es sind dies nicht nur allgemeine Sportausdrücke wie "fair,
Fairness, trainieren, Training, Trainer, Rekord" u. a.
Es sind vor allem Fachausdrücke aus den verschiedensten sportlichen
Disziplinen wie:
"foul, foulen, dribbeln, Dribbling, kicken, stoppen, Stopper"
(Fussball; beachte auch Lehnübersetzungen wie "Aus"
und "Halbzeit"), "boxen, Boxer" (Boxsport),
"Sprint, sprinten, Sprinter, Spurt, Start, starten"
(Leichtathletik), "Jockey, Box" (Pferdesport), "kraulen,
Kanu, Paddel" (Schwimmen u. Wassersport) und zahlreiche andere
mehr.
Zu den allgemeinen
Sportausdrücken, die aus dem Englischen aufgenommen wurden,
gehört auch das Wort "Sport" selbst.
Es wurde in den Zwanzigerjahren des 19. Jahrhunderts als umfassende
Bezeichnung für alle mit der planmässigen Körperschulung
und mit der körperlichen Betätigung im Wettkampf und
Wettspiel zusammenhängenden Belange aus gleichbedeutend englisch
"sport" entlehnt.
Das englische Wort seinerseits, das eigentlich "Zerstreuung,
Vergnügen, Zeitvertreib, Spiel" bedeutet und das seine
spezielle Bedeutung mit der Entwicklung des modernen Wettkampfes
und Leistungssports erlangte, ist eine Kurzform von englisch "disport"
(= Zerstreuung, Vergnügen). Dies ist entlehnt aus gleichbedeutend
altfranzösisch "desport", einer Substantivbildung
zu altfranzösisch "[se] de[s]porter" (= [sich]zerstreuen,
[sich] vergnügen). Dessen Quelle ist lateinisch "de-portare"
(= fortbringen; zu lateinisch "portare" [= tragen, bringen],
vgl. "Porto") mit einer im Vulgärlateinisch-Romanischen
entwickelten Spezialbedeutung "zerstreuen, vergnügen,
amüsieren".
Spielpaarung und Spielstand
"Deutschland gegen
Costa Rica" - kaum jemand käme auf die Idee, das Wort
"gegen" hier auszuschreiben. Aber beim Setzen des waagerechten
Striches, der stattdessen verwendet wird, sollten Sie Acaufpassen.
Hier ist nämlich kein kurzer Bindestrich gefragt, sondern
ein Gedankenstrich, der etwas länger ausfällt. Allerdings
lässt der verwendete Zeichensatz diese Unterscheidung nicht
immer zu. In solchen Fällen, z. B. auch auf einer Schreibmaschine,
kann für "gegen" ersatzweise der Bindestrich gesetzt
werden. Unabhängig von der Darstellungsform gilt: Vor und
nach dem Strich steht jeweils ein Leerzeichen. Korrekt notiert
man als Spielpaarung also: "Deutschland Costa Rica".
Bei der Auflistung von Spielständen wiederum
ist der Strich des Feldes verwiesen - hier ist der Doppelpunkt
am Ball. Für beispielsweise "3 zu 1" vermerkt man
in Sporttabellen dann "3 : 1". Auch hier sollte man
vor und nach dem Doppelpunkt Abstand halten.
Fiasko
Das italienische
Wort fiasco (= Flasche) basiert - ebenso wie das neuhochdeutsche
Wort "Flasche" - auf "flasko", der germanischen
Bezeichnung für flache oder umflochtene Gefässe. Dass
man einen grossen Misserfolg als "Fiasko" bezeichnet,
wird auf die italienische Redensart "far fiasco" (=
versagen, durchfallen) zurückgeführt. Ihren ganz konkreten
Ursprung vermuten Sprachwissenschaftler in der venezianischen
Glasbläserei, bei der es gelegentlich zu missratenen Flaschen
kam - die Flasche wurde zum Sinnbild des Versagens. In der Übertragung
wurde die Redewendung "far fiasco" in Italien auf Künstler
angewendet: Bei schlechtem Gesang oder mässigem Schauspiel
fielen sie durch, man hängte ihnen statt eines Lorbeerkranzes
eine Flasche um. Im 19. Jahrhundert hielt "Fiasko" dann
auch Einzug in die deutsche Bühnensprache. Während zunächst
nur Theaterstücke, die beim Publikum nicht ankamen, "Fiasko"
genannt wurden, wird dieses Wort heute auch für Misserfolge
in anderen Bereichen verwendet. Übrigens: Dass unser Wort
"Flasche" die umgangssprachliche Bedeutung "Versager"
hat, leitet sich wohl von der Vorstellung der leeren Flasche her,
die nutzlos geworden ist.
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