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Rubrik Duden: Papierdeutsch und Onomatopoetikum

Stilistisch ausgesprochen unschön ist eine Ausdrucksweise, die oft abwertend «Papierdeutsch», «Amtsdeutsch» oder «Kanzleideutsch» genannt wird.


Dieser Schreib- und Sprechstil weist einen übertriebenen Gebrauch substantivischer Fügungen, schwerfälliger Wortbildungen und Präpositionen sowie eine Bevorzugung des Passivs auf und sollte vermieden werden. Vor allem in der Behördensprache werden häufig substantivische Fügungen anstelle einfacher Verben gebraucht. Verbindungen wie beispielsweise «in Abzug bringen» für «abziehen» oder «in Wegfall kommen» für «wegfallen» können den Stil jedoch umständlich erscheinen lassen.

Auch schwerfällige Bildungen wie «Ausserachtlassung», «Nichtbefolgung» oder «Inanspruchnahme» wirken stilistisch unschön und abstrakt, sobald sie gehäuft auftreten: «Wegen Ausserachtlassung aller Sicherheitsmassnahmen und Nichtbefolgung der Betriebsvorschriften wurden bei der Tieferlegung der Rohre drei Arbeiter verletzt.»
Anschaulicher, lebendiger und leichter verständlich wird der Satz, wenn man ihn umformuliert: «Drei Arbeiter wurden bei der Tieferlegung der Rohre verletzt, weil die Sicherheitsmassnahmen ausser Acht gelassen und die Betriebsvorschriften nicht befolgt wurden.»

Für den Kanzleistil und die Kaufmannssprache typische Präpositionen können durch einfachere Präpositionen ersetzt werden:
- betreffs durch wegen
- mittels durch mit, mithilfe von, durch
- zwecks durch zu, für

Auch die unpersönliche Ausdrucksweise des Passivs ist kennzeichnend für Papierdeutsch. «Es wird darauf hingewiesen, dass ...» kann man beispielsweise leicht durch «Wir weisen darauf hin, dass ...» ersetzen.

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Onomatopoetikum
Tönt kompliziert ist aber ganz einfach: Das Onomatopoetikum ist ein lautmalendes Wort und dient primär der Nachahmung von Lauten bzw. Schallereignissen vielerlei Art.


Krähen des Hahns: kikeriki. Hund: wau, wau; wuff, wuff. Katze: miau. Frosch, Ente: quak. Knall, Schuss: peng, boing. Klingeln: klingeling. Einsatzwagen: tatütata. Uhr: ticktack. Herz, pulsierendes oder schlagendes Geräusch: bum (bum).

In Comics gibt es eine Vielzahl weiterer, meist wenig konventionalisierter Onomatopoetika. Wie die Beispiele zeigen, können Onomatopoetika - je nach imitierter Lautgrundlage - gedehnt, verdoppelt oder vervielfacht werden. Des Weiteren sind sie syntaktisch autonom, d. h., sie können einen eigenen Satz bilden. Ihre Funktion besteht jedoch weniger im Ausdruck von Gefühlen als in der reinen Schallnachahmung.

Eine Untergruppe der Onomatopoetika, die Adverb(ial)onomatopoetika, ist jedoch syntaktisch integriert.
Adverbonomatopoetika besetzen die Position des Adverbs:
Sie kam herein und schwupp! nahm sie sich ein Brötchen.
Er betrat den Raum und zack! fiel er zu Boden.
Ruck, zuck waren die Brötchen weg.

Die Adverbonomatopoetika imitieren immer das Geräusch schneller, abrupter Bewegungen und dienen der Bezeichnung plötzlicher Handlungen. Weitere Beispiele sind:
plumps, peng, wumm, schwuppdiwupp, klirr.


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