www.werbewolf.ch...JUNI-NEWS 2006
Rubrik Duden: Papierdeutsch
und Onomatopoetikum
Stilistisch ausgesprochen
unschön ist eine Ausdrucksweise, die oft abwertend «Papierdeutsch»,
«Amtsdeutsch» oder «Kanzleideutsch» genannt
wird.
Dieser Schreib- und Sprechstil weist einen übertriebenen
Gebrauch substantivischer Fügungen, schwerfälliger Wortbildungen
und Präpositionen sowie eine Bevorzugung des Passivs auf
und sollte vermieden werden. Vor allem in der Behördensprache
werden häufig substantivische Fügungen anstelle einfacher
Verben gebraucht. Verbindungen wie beispielsweise «in Abzug
bringen» für «abziehen» oder «in
Wegfall kommen» für «wegfallen» können
den Stil jedoch umständlich erscheinen lassen.
Auch schwerfällige Bildungen
wie «Ausserachtlassung», «Nichtbefolgung»
oder «Inanspruchnahme» wirken stilistisch unschön
und abstrakt, sobald sie gehäuft auftreten: «Wegen
Ausserachtlassung aller Sicherheitsmassnahmen und Nichtbefolgung
der Betriebsvorschriften wurden bei der Tieferlegung der Rohre
drei Arbeiter verletzt.»
Anschaulicher, lebendiger und leichter verständlich wird
der Satz, wenn man ihn umformuliert: «Drei Arbeiter wurden
bei der Tieferlegung der Rohre verletzt, weil die Sicherheitsmassnahmen
ausser Acht gelassen und die Betriebsvorschriften nicht befolgt
wurden.»
Für den Kanzleistil und die Kaufmannssprache typische Präpositionen
können durch einfachere Präpositionen ersetzt werden:
- betreffs durch wegen
- mittels durch mit, mithilfe von, durch
- zwecks durch zu, für
Auch die unpersönliche Ausdrucksweise des Passivs ist kennzeichnend
für Papierdeutsch. «Es wird darauf hingewiesen, dass
...» kann man beispielsweise leicht durch «Wir weisen
darauf hin, dass ...» ersetzen.
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Onomatopoetikum
Tönt kompliziert ist
aber ganz einfach: Das Onomatopoetikum ist ein lautmalendes Wort
und dient primär der Nachahmung von Lauten bzw. Schallereignissen
vielerlei Art.
Krähen des Hahns: kikeriki. Hund: wau, wau; wuff, wuff. Katze:
miau. Frosch, Ente: quak. Knall, Schuss: peng, boing. Klingeln:
klingeling. Einsatzwagen: tatütata. Uhr: ticktack. Herz,
pulsierendes oder schlagendes Geräusch: bum (bum).
In Comics gibt es eine Vielzahl
weiterer, meist wenig konventionalisierter Onomatopoetika. Wie
die Beispiele zeigen, können Onomatopoetika - je nach imitierter
Lautgrundlage - gedehnt, verdoppelt oder vervielfacht werden.
Des Weiteren sind sie syntaktisch autonom, d. h., sie können
einen eigenen Satz bilden. Ihre Funktion besteht jedoch weniger
im Ausdruck von Gefühlen als in der reinen Schallnachahmung.
Eine Untergruppe
der Onomatopoetika, die Adverb(ial)onomatopoetika, ist jedoch
syntaktisch integriert.
Adverbonomatopoetika besetzen die Position des Adverbs:
Sie kam herein und schwupp! nahm sie sich ein Brötchen.
Er betrat den Raum und zack! fiel er zu Boden.
Ruck, zuck waren die Brötchen weg.
Die Adverbonomatopoetika
imitieren immer das Geräusch
schneller, abrupter Bewegungen und dienen der Bezeichnung plötzlicher
Handlungen. Weitere Beispiele sind:
plumps, peng, wumm, schwuppdiwupp, klirr.
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