www.werbewolf.ch...OKTOBER-NEWS 2006
Comic-Figuren drücken
sich damit aus und auch in SMS
finden sie immer mehr Verwendung: Inflektive.
Doch worin unterscheiden sie von - «haha» und
anderen Interjektionen?
Interjektionen
Oh!, Igitt! Ah! sind
wortähnliche Lautgebilde, mit denen Empfindungen ausgedrückt
werden.
Der grammatische Fachausdruck «Interjektion»
wurde bereits im 16. Jahrhundert aus dem
lateinischen «interiectio» (das Dazwischenwerfen;
Zwischenwort) entlehnt.
Neben Empfindungswörtern wie huch,
aha, hm oder nanu werden auch Aufforderungswörter
wie pst, Lautnachahmungen wie peng oder haha zu den Interjektionen gezählt. Da sie vor allem
in der gesprochenen Sprache vorkommen, ist die Schreibung der
Interjektionen gelegentlich
schwankend, manchmal entziehen sie sich überhaupt einer schriftlichen
Fixierung (z. B. das
Nachahmen von Pferdeschnauben als Zeichen der Entrüstung).
Interjektionen
werden vom folgenden Satz durch ein Komma abgetrennt. Zudem ist es möglich,
sie als Einwortsatz, gefolgt von einem Ausrufezeichen, neben den
Satz zu stellen:
«Oh! Das ist ein wunderschöner Valentinsgruss!»
«Oh, über deinen lieben Brief habe ich mich sehr gefreut!».
Ausser am
Satzanfang werden Interjektionen nur grossgeschrieben, wenn es sich um
Substantivierungen handelt, die meist an Artikel oder Pronomen
erkennbar sind:
«dein Weh und Ach», «ein gehauchtes Oh»,
«dieses unendliche Trara»
Inflektive
Das Internet oder auch
die E-Mail- bzw. Chat-Kommunikation sind eine wahre Fundgrube
für neue sprachliche Phänomene. Oft wird aber auch auf
Altbewährtes zurückgegriffen,
wie sich auch in diesem Fall zeigt. Uns allen sind noch von Micky
Maus, Donald Duck
und Co. zahlreiche Ausdrücke wie ächz,
stöhn, würg oder
Ähnlich bekannt.
Die Sprachwissenschaft kennt dafür den Ausdruck «Inflektive»
(eigentlich «die Ungebeugten»,
zu lateinisch flectere = biegen, beugen).
Die vor allem in der Chat- und
E-Mail-Kommunikation beliebten neueren Inflektive bestehen
ebenso wie ihre älteren Verwandten aus der Comicsprache meist
aus blossen Verbstämmen
ohne Flexionsendungen, z. B. *freu*, *grins* oder *zusammenzuck*.
Oft werden sie jedoch auch mit Substantiven, Adjektiven o. Ä.
zu komplexeren Aussagen
ausgebaut. Dabei machen sie aber auch ganz klare Anleihen bei
der Comic- oder auch
der Kinder- und Babysprache. Auch solche Verbindungen aus mehreren
Wörtern
werden meist zusammengeschrieben, z. B. *zähneknirsch*, *nixversteh*, *traurigguck*,
*trotzigbin*, *(ganz)dollliebhab*
oder *habenwill*.
Ein weiteres untrügliches
Kennzeichen ist das Einschliessen in Asterisken (Sternchen),
um die darin enthaltene Aussage vom eigentlichen Satz etwas abzuheben.
Wenn man
so will, eine dem Internet bzw. der Chat- und E-Mail-Korrespondenz
angepasste Form
der Comic-Sprechblasen.