www.werbewolf.ch...DEZEMBER-NEWS 2004


Ausdrücke und Begriffe
- woher sie kommen und warum.

Nullachtfünfzehn (indekl. Adj.). Aus der Soldatensprache übertragen von dem im Jahr 1908 im dt. Heer eingeführten und 1915 veränderten Maschinengewehr auf das Einerlei des sich ständig wiederholenden Unterrichts an dieser Waffe.

Jemandem einen Bärendienst zu erweisen heisst, jemandem trotz guter Absicht zu schaden. Die Redewendung ist laut Mackensen seit ca. 1900 in Gebrauch und geht - laut Duden "vielleicht"- auf die Fabel "L'ours et l'amateur des jardins" (Der Bär und der Gartenliebhaber; Buch 8, Nr. 10) von Jean de la Fontaine (1621­1695) zurück. Dort will ein Bär diensteifrig eine Fliege von der Nase des schlafenden Gärtners verscheuchen, indem er einen Pflasterstein nach ihr wirft - was weder die Fliege noch der Gärtner überleben.

Einen guten Rutsch! Das wünscht man einander zum Jahreswechsel. Doch obgleich dieser im deutschsprachigen Raum oft von Schneematsch und Glatteis begleitet ist, hat der Wunsch damit nichts zu tun! Auch die Assoziation mit dem Hineingleiten ins nächste Jahr (Einen guten Rutsch ins neue Jahr!) ist nur eine Volksetymologie. Rutsch geht hier vielmehr mit Umweg über das jiddische/rotwelsche "rosch" auf das hebräische "rosh" zurück, was Kopf oder auch Anfang heißt. Man wünscht einander also schlicht einen guten (Jahres-)Anfang.

Der Begriff "Handy" ist eine deutsche Erfindung. So wie der Twen, der Dressman und der Slip. Die Engländer sagen nicht "Handy", sondern "mobile phone" oder "cell(ular) phone". Auch sonst sagt niemand "Handy". In Italien heißen sie "telefonino", in Frankreich "mobilophone". Ja, man kann auch in Deutschland "Mobiltelefon" sagen.

Wie heißt das @ "Auf englisch "commercial at". Einst diente es dazu, den Preis für Waren anzuzeigen. "Lettuce @ 10 cent" hieß damals, dass man pro Salatkopf 10 Cent zahlen musste; damit entsprach es dem auf deutsch üblichen "à": "Kopfsalat à 1.-".
Im Deutschen wird das @ offiziell nach DIN mit "kommerziellem à" übersetzt. Seit das @ als Trennzeichen in E-Mail-Adressen dient, sagt man auf englisch "at" dazu. Diese Bezeichnung hört man auch auf deutsch recht häufig, wie auch: "Klammeraffe" und "Kringel-a".

... aus dem Steh-greif? Man mag die Wendung aus dem Stegreif zwar mit aus dem Stand oder aus der Luft gegriffen assoziieren (daher so oft fälschlich die Schreibweise "Stehgreif"); dennoch geht Steg-reif weder auf stehen noch auf greifen zurück. Es handelt sich vielmehr um ein heute nicht mehr gebräuchliches Wort für Steigbügel, der ja die Form eines halben Reifens mit einem Steg hat. Aus dem Stegreif heisst demnach ohne es für nötig zu erachten, erst vom Pferd abzusteigen, ohne langes Überlegen, unvorbereitet.

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