www.werbewolf.ch...NOVEMBER-NEWS 2004


Altweibersommer und Indian Summer
Der so genannte "Altweibersommer", also sonnige, warme Tage im
September und Oktober, hat seinen Namen den in der Luft schwebenden
Spinnfäden zu verdanken, die in dieser Zeit besonders gut zu
erkennen sind. Durch den Tau, der sich nach den schon sehr kühlen
Nächten bildet, glitzern die Fäden im Sonnenlicht und erinnern so
an graue oder weiße Haare alter Frauen. Allgemein verbreitet ist
übrigens auch die Vorstellung, dass die Fäden den Menschen, an
denen sie hängen bleiben, Glück bringen.

Der "Indian Summer" tritt fast zur gleichen Zeit auf wie der
Altweibersommer. Hauptsächlich bezeichnet er die herbstliche
Schönwetterperiode nach dem ersten Frost im Norden der USA, wird
mittlerweile aber auch auf andere Staaten und Regionen übertragen.
Sein Hauptkennzeichen sind jedoch nicht die Spinnfäden, sondern
die prächtigen Färbungen der verschiedenen Laubbäume, wenngleich
der Begriff ursprünglich wohl nichts mit der Laubfärbung zu tun
hatte. Eine Vermutung, warum diese Zeit gerade "indianischer Sommer"
heißt, bezieht sich darauf, dass das schöne, warme Wetter für die
Indianer noch einmal eine gute Gelegenheit bot, auf Kriegspfad zu
gehen. Eine andere Theorie besagt, dass die Indianer die
Schönwetterperiode als spezielles Geschenk einer ihrer wichtigsten
Gottheiten ansahen.

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Sind Füllwörter grundsätzlich abzulehnen?
"Na, wie gehts Ihnen denn so? Ich hab Sie ja doch lange nicht mehr
gesehen."
Tagtäglich spricht und hört man solche Sätze. Hier könnte man aber
verzichten auf: na, denn, so, ja, doch. Das Urteil über diese
kleinen Einschiebsel fällt daher manchmal nicht freundlich aus.
Füllwörter und Flickwörter nennt man sie, denn die Mitteilung käme
bequem auch ohne sie aus. Die Frage ist nur, ob es stets auf die
"nackte" Nachricht ankommt.
Es haben sich daher auch Stimmen für diese Wörter erhoben. Sie geben
nämlich der Rede Würze, indem sie der schalen Mitteilung - um im Bild
zu bleiben - je nachdem eine Prise Ungeduld, Unsicherheit, Mitgefühl,
Misstrauen, entschiedene Zustimmung oder Ablehnung beimengen, und
sie verraten, wie jemand innerlich zu einer Sache steht. In der
Sprachwissenschaft spricht man daher von Modal- oder
Abtönungspartikeln.

Warum sagst du denn nichts?
Wie lange soll ich denn eigentlich warten?
Ich bin doch wohl hier richtig?
Es ist nun mal so.
Nun, das ist es ja eben gerade!
Ich bin gerade noch mal davongekommen.
Du bist doch nicht etwa krank?
Das kommt ja überhaupt nicht in Frage!

Die Kunst besteht hier wie beim Kochen darin, mit Fingerspitzengefühl
die richtige Menge der Würze zu treffen. Sobald man die Gesprächsebene
verlässt, gilt es, vorsichtig mit diesen Wörtern umzugehen. Am besten
hebt man sie sich für jene Stellen auf, wo die innere Anteilnahme
zutage tritt, wo man die Aussage abtönen möchte oder wo Vorsicht und
Höflichkeit erfordern, das Anliegen etwas einzukleiden.

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Kommasetzung bei mehreren adjektivischen Beifügungen
Dauerbrenner sind Fragen nach dem Komma zwischen zwei Adjektiven
in Fällen wie :
"die allgemeine wirtschaftiche Lage"
"bei gutem, warmem Wetter"
"ein glückliches, gesegnetes Weihnachtsfest",
"ein glückliches neues Jahr"

Oft ist bekannt, dass die Kommasetzung davon abhängt, ob beide
Adjektive gleichrangig sind oder ob das erste Adjektiv die folgende
Fügung näher bestimmt.

Als praktische Hilfestellung für die Entscheidung, ob eine
Gleichrangigkeit der Adjektive vorliegt, haben sich zwei
Faustregeln bewährt.

Faustregel Nummer eins besagt,
dass es sich um Beifügungen gleichen Grades handelt,
wenn man zwischen die Adjektive "und" sinnvoll
einsetzen könnte. In diesem Fall wird ein Komma
gesetzt:

"ein glückliches und gesegnetes Weihnachtsfest"
"bei gutem und warmem Wetter".

Die Anwendung dieser Faustregel zeigt, dass man
"ein glückliches neues Jahr" nur ohne Komma
schreiben sollte, weil es sehr seltsam anmutet, ein
"glückliches und neues Jahr" zu wünschen. Gleiches gilt auch
für die "allgemeine wirtschaftliche Lage", wo ein "und"
zwischen den beiden Adjektiven ebenfalls fehl am Platz wäre.

Faustregel Nummer zwei lautet,
dass ein Komma gesetzt wird, wenn die
Beifügungen gleich stark betont werden.


Wenn eine Firma beispielsweise "neue, umweltfreundliche
Verfahren" (beide Adjektive sind gleich stark betont) entwickelt,
heisst das, dass es neben den bisherigen Verfahren, die nicht
umweltfreundlich sind, jetzt neue und umweltfreundliche
Verfahren gibt.
Anders, wenn "neue umweltfreundliche Verfahren" (das erste
Adjektiv ist stärker betont als das zweite) entwickelt werden
- zusätzlich zu den bisherigen umweltfreundlichen Verfahren
gibt es jetzt weitere umweltfreundliche Verfahren.

In manchen Fällen müssen Schreibende entscheiden, wie sie
einen Satz auffassen. Der "wuchtige(,) eichene Tisch"
wird - mit Komma - aufgefasst als ein Tisch, der wuchtig
und aus Eichenholz ist, beziehungsweise - ohne Komma - als

zur Rubrik Duden


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