www.werbewolf.ch...NOVEMBER-NEWS 2007


Diabolo: Weinjournalisten und ihre Sprache

Ja ich mag Weinjournalisten und -Kritiker. Aber nur dann, wenn Sie mir echte Infos liefern die ich verstehe und mir ein Urteil bilden kann. Sie auch?

Was halten Sie von folgender Beschreibung eines Panofino Vinas Viejas 2004:
.... ein ausserordentlicher Wein, dessen Purpurfarbe so dicht ist, dass sie geradezu schwarze Reflexe wirft. Ein Wein der zuerst so verschlossen trocken reagiert, dass ausser einer frischen Note und etwas Zedernholz kaum etwas zu erschnuppern ist. Es sind denn auch die trockenen Gerbsäuren, die sich beim ersten Schluck geradezu in die Backen krallen (!!), würzig-erdige Geschmäcker entlassen, dann jene von Waldbeeren, Vanille, Zimt, schliesslich sogar dichten Rosinengeschmack, fast wie jenen eines Portweins. (Endlich ein Punkt ­ und schon geht es weiter:) Rückaromen steigen aus dem Rachen (!!). Pfeifentabak etwa (trotz Rauchverbot?), Amarenakirsche und sogenannt animalische Noten, also Leder und Moschus. Allerdings braucht es dafür Zeit. Genau deshalb öffnet man so eine Flasche mindestens ein Stunde, bevor man sie geniesst (die Flasche?).Na dann Prost!
Für nur Fr. 25.­ können Sie das Erlebnis dieses Weingenusses selber nachvollziehen (Weinhandlung Südhang in Rüschlikon).

Ein Weinhändler in Männedorf umschreibt seine Weine so:

Montepulciano d'Abruzzo 2004
Tiefes Dunkelrot mit violetten Reflexen. In der Nase dominieren Aromen von getrockneten Heidelbeeren, Cassis, schwarzen Kirschen, Backpflaumen, Vanilleschoten und asiatischen Gewürzen (momoll!!). Gemäss Beschreibung wird dann der Gaumen von folgender Aromafülle überwältigt: Von seidenen Gerbstoffen und einer perfekt eingebundenen Säure.

Nicht viel besser ergeht es dem Pecorino bianco 2006 Casale
Helles Gold. Explosives (!!) komplexes und frisches Bouquet, in dem sich würzige, blumige und Noten von Zitrus (- und man höre und staune ­) ) tropische Früchte vereinigen. Kräftige Aromatik und angenehme, erfrischende Säure im Gaumen, in einer feinbitteren Note endend ...

Sorry! Mir bleibt die Sprache weg - doch ich finde Rabenau (er möge mir den "Klau" verzeihen) hat das Thema in der Luzerner Zeitung so treffend karikiert, dass es wohl keine Worte mehr braucht:



Tipp: Besser als (solche) Weinbeschreibungen zu lesen ist, mit oder ohne Wein, sich mit Rabenau zu amüsieren: www.rabenau.ch

Noch einen schönen Noevmber wünscht Ihnen
DIABOLO


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