www.werbewolf.ch...MAERZ-NEWS 2008
Rubrik DUDEN
Braten, Gourmet oder
Gourmand
Zur Überraschung
aller Liebhaber eines guten Bratens hat dieser mit "braten"
etymologisch ursprünglich gar nichts zu tun. Althochdeutsch
bedeutete "brato" lediglich "schieres Fleisch".
Erst später wurde diese Bedeutung durch Anlehnung an das
klangähnliche Verb (althochdeutsch) "bratan" zu
der heute gültigen "gebratenes Fleisch" verändert.
Die alte Bedeutung ist noch in den Wörtern "Brät"
("fein gehacktes Kalb- oder Schweinefleisch") und "Wildbret"
("Fleisch von Wild") erhalten.
Unsere französischen Nachbarn können präzise zwischen
einem Gourmand
(Schlemmer, der gern gut und
viel isst) und einem Gourmet (Feinschmecker) unterscheiden. Beide
Fremdwörter sind im Deutschen geläufig, doch geht bei
uns die genaue Differenzierung leider allmählich verloren:
Mit Gourmand wird immer öfter auch ein Gourmet bezeichnet
- für Franzosen ein haarsträubender Vorgang.
Podcast
Dem Begriff Podcast liegt
ursprünglich ein Eigenname zugrunde, und zwar der Handelsname
für einen MP3-Player - "iPod®". Hinzu kam die
zweite Silbe des englischen Verbs "to broadcast" (=
senden, übertragen). Beim Podcast handelt es sich um eine
Reportage, einen Radiobeitrag o. Ä., der als Audiodatei im
Internet zum Herunterladen angeboten wird. Parallel zum Podcast
entstand dann sehr schnell das Verb podcasten: einen Podcast produzieren,
bereitstellen oder herunterladen. Mittlerweile werden solche Beiträge
häufig auch als Videodateien angeboten, man spricht dann
von Video-Podcasts oder Vodcasts.
Übrigens wurde das Wort Podcast, nachdem es bereits im August
2005 ins Oxford Dictionary of English aufgenommen wurde, vom New
York Oxford American Dictionary zum Wort des Jahres 2005 in Grossbritannien
gewählt und setzte sich hierbei gegen Kandidaten wie bird
flu (Vogelgrippe) und Sudoku durch.
Herkunft von Ostern
Seit Mitte des 2. Jahrhunderts
feiern die Christen zum Gedächtnis des Todes und der Auferstehung
Jesu Christi das Osterfest. Woher der im Deutschen übliche
Name für das höchste Fest des Kirchenjahres (mittelhochdeutsch
osteren, althochdeutsch ostarun) eigentlich kommt, ist nicht sicher
geklärt.
Es wird eine Verwandtschaft mit dem Substantiv Osten in seiner
eigentlichen Bedeutung Morgenröte angenommen. Möglicherweise
geht der Name des christlichen Festes zurück auf ein germanisches
Fest, das zu Ehren einer Göttin der Morgenröte gefeiert
wurde, deren Name allerdings nicht sicher bezeugt ist.
Seit dem 5. Jahrhundert ist für das Osterfest die Bezeichnung
"albae (paschalis)" bezeugt. Das lateinische "alba"
hat die Bedeutung "weiss" und nimmt Bezug auf die weissen
Kleider der Getauften. Im Vulgärlateinischen trug das Wort
aber auch die Bedeutung "Morgenröte". An diese
Bedeutung könnte sich die Benennung des Festes mit einer
Lehnübersetzung angeschlossen haben.
Ausser im Deutschen ist der Name des Festes im germanischen Sprachbereich
nur noch im Englischen als Easter gebräuchlich. Andere germanische
Sprachen haben den Namen des Festes hingegen aus dem kirchenlateinischen
Wort pascha entlehnt. So heisst es z. B. im Niederländischen
Pasen, im Isländischen paskar und im Schwedischen pask. In
diesen Bezeichnungen wird der sprachliche Zusammenhang des christlichen
Osterfestes mit dem älteren jüdischen Passah- bzw. Pessachfest
deutlich.
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