www.werbewolf.ch...MAERZ-NEWS 2008
Wer ist wer im Berufsleben. Oder: Heiteres Beruferaten mit Anglizismen.
Billing-Manager, Duty Officer, New Business Developer, Runner .....
Seit Jahren kennt man immer mehr Neudeutsche Ausdrücke. Man
hat sich daran gewöhnt nicht mehr den Geschäftsführer,
sondern den CEO
zu verlangen. Unter ihm
wörkelt der COO
oder Vize des obersten
Bosses. Ihm zur Seite steht der CFO
der sich mit den Finanzen
bestens auskennt. Der Informatikchef hat ein CIO auf
seiner Visitenkarte, der Marketingchef ein CMO.
Der Brand
Manager aber ist nicht für Brände zuständig.
Kennen Sie den CQO? Es ist der Chief Quality Officer. Versagt
er, muss der Compliance
Officer
versuchen Skandale abzuwehren
die das Image der Firma schädigen könnten. Dabei nimmt
er oft zuerst Kontakt mit dem GGC
auf - das ist der Group
General Counsel oder einfacher:
Rechtsberater.
Nicht verwunderlich werden keine Telefonisten mehr gesucht, sondern Call Dispatcher. Der Hotliner nimmt, wenn man nicht in der Warteschlaufe hängen bleibt, die Wünsche der Kunden entgegen. Sein Kollege der Teletutor muss sich nicht nur Probleme anhören, sondern sollte diese lösen.
Gut wäre demnach, wenn der Incentive Manager, der ja neue Ideen entwickelt, vorschlagen würde in Stellenanzeigen anzugeben was denn genau gesucht wird. Oder weiss wirklich jeder Verpackungsspezialist was ein Packing Manager ist?
Gut würde mir der Job als Underwriter gefallen. Aber wie ich erfahren habe, muss der nicht nur den ganzen Tag (nur) unterschreiben, sondern ist Experte für Versicherungen.
Nur so nebenbei: Eine Forschungsarbeit
der Uni Zürich hat ergeben, dass sich die Anglizismen in
Stelleninseraten mehr als verdreifacht haben. In rund 27'000 Inseraten
wurden über zehn Prozent verschiedene englische Bezeichnungen
gefunden. Nicht ganz unwichtig: Während bei uns Manager zum
Kader gehören ist der englische kaum mehr als ein Abteilungsleiter.
Klar ist, dass in international tätigen Unternehmen der Job
englisch auf der Visitenkarte stehen muss sonst checkt man
ja nicht was sein Gegenüber für eine Position hat.
Aber: Ist das wirklich Grund genug, dass nun alle Garderobieren zu Cloakroom Attendants aufgewertet werden? Wohl schon, denn der Lagermitarbeiter ist ja auch zum Logistic Assistent geworden. Window dresser tönt nun einfach besser als Schaufensterdekorateur. Nur beim Gehalt wirkt sich das dann oft nicht mehr so aus. Den Nachtwächter gibt es auch nicht mehr - dafür den Security Consultant. Aber möchten wirklich alle Hausmeister zu Facility Managers mutieren?
Sollte man diese Ausdrücke nicht eher dem Funeral Master übergeben, jenem Bestattungsunternehmer der auch für Einbalsamierungen zuständig ist. Aber dieser Ausdruck wurde, wen wundert es, zum Sprachpanscher des Jahres, denn die richtige englische Bezeichnung heisst Funeral Director.
Momoll! Ich suche nun einen Pitch Consultant als Anbahner in Sachen Werbung und Marketing der Agenturen und Kunden zusammenbringt. Aber es geht ja alles auch (noch) einfacher. Ob ich nun Creative Director, Art Director oder einfach Werbefritz genannt werde ich freue mich immer auf ein Gespräch mit Kunden - ups - Clients. Sei es bei Ihnen oder bei uns wo Sie persönlich und nicht einfach von einer Welcome & Salesmanagerin empfangen werden.
Quelle: Beobachter 5/2007 und
Internet.
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